
c. Die Harmonie
Hher daher als die bloe Gesetzmigkeit steht auf dieser Stufe die Harmonie.
Die Harmonie nmlich ist ein Verhalten qualitativer Unterschiede, und zwar einer Totalitt solcher Unterschiede, wie sie im Wesen der Sache selbst ihren Grund findet. Dies Verhalten tritt aus der Gesetzmigkeit, insofern sie die Seite des Regelmigen an sich hat, heraus und geht ber die Gleichheit und Wiederholung hinweg. Zugleich aber machen sich die qualitativ Verschiedenen nicht nur als Unterschiede und deren Gegensatz und Widerspruch geltend, sondern als zusammenstimmende Einheit, welche alle ihr zugehrigen Momente zwar herausgestellt hat, sie jedoch als ein in sich einiges Ganzes enthlt. Dies ihr Zusammenstimmen ist die Harmonie. Sie besteht einerseits in der Totalitt wesentlicher Seiten sowie andererseits in der aufgelsten bloen Entgegensetzung derselben, wodurch sich ihr Zueinandergehren und ihr innerer Zusammenhang als ihre Einheit kundgibt. In diesem Sinne spricht man von Harmonie der Gestalt, der Farben, der Tne usf. So sind z. B. Blau, Gelb, Grn und Rot die im Wesen der Farbe selbst liegenden notwendigen Farbenunterschiede. In ihnen haben wir nicht nur Ungleiche wie in der Symmetrie, die zu uerlicher Einheit sich regelmig zusammenstellen, sondern direkte Gegenstze, wie Gelb und Blau, und deren Neutralisation und konkrete Identitt. Die Schnheit ihrer Harmonie liegt nun im Vermeiden ihres grellen Unterschiedes und Gegensatzes, der als solcher zu verlschen ist, so da sich in den Unterschiedenen selbst ihre bereinstimmung zeigt. Denn sie gehren zueinander, weil die Farbe nicht einseitig, sondern wesentliche Totalitt ist. Die Forderung solcher Totalitt kann so weit gehen, da, wie Goethe sagt, das Auge, wenn es auch nur eine Farbe als Objekt vor sich hat, subjektiv dennoch ebensosehr die andere sieht. Unter den Tnen sind z. B. die Tonika, Mediante und Dominante solche wesentliche Tonunterschiede, die zu einem Ganzen vereinigt in ihrem Unterschiede zusammenstimmen. hnlich verhlt es sich mit der Harmonie der Gestalt, ihrer Stellung, Ruhe, Bewegung usf. Kein Unterschied darf hier fr sich einseitig hervortreten, weil dadurch die bereinstimmung gestrt wird.
Aber auch die Harmonie als solche ist noch nicht die freie ideelle Subjektivitt und Seele. In dieser ist die Einheit kein bloes Zueinandergehren und Zusammenstimmen, sondern ein Negativsetzen der Unterschiede, wodurch erst ihre ideelle Einheit zustande kommt. Zu solcher Idealitt bringt es die Harmonie nicht. Wie z. B. alles Melodische, obschon es die Harmonie zur Grundlage behlt, eine hhere, freiere Subjektivitt in sich hat und dieselbe ausdrckt. Die bloe Harmonie lt berhaupt weder die subjektive Beseelung als solche noch die Geistigkeit erscheinen, obschon sie von selten der abstrakten Form her die hchste Stufe ist und schon der freien Subjektivitt zugeht.
Dies wre die erste Bestimmung der abstrakten Einheit, als die Arten der abstrakten Form.