
Einleitung
Diese Vorlesungen sind der sthetik gewidmet; ihr Gegenstand ist das weite Reich des Schnen, und nher ist die Kunst, und zwar die schne Kunst ihr Gebiet.
Fr diesen Gegenstand freilich ist der Name sthetik eigentlich nicht ganz passend, denn sthetik bezeichnet genauer die Wissenschaft des Sinnes, des Empfindens, und hat in dieser Bedeutung als eine neue Wissenschaft oder vielmehr als etwas, das erst eine philosophische Disziplin werden sollte, in der Wolffischen Schule zu der Zeit ihren Ursprung erhalten, als man in Deutschland die Kunstwerke mit Rcksicht auf die Empfindungen betrachtete, welche sie hervorbringen sollten, wie z. B. die Empfindungen des Angenehmen, der Bewunderung, der Furcht, des Mitleidens usf. Um des Unpassenden oder eigentlicher um des Oberflchlichen dieses Namens willen hat man denn auch andere, z. B. den Namen Kallistik, zu bilden versucht. Doch auch dieser zeigt sich als ungengend, denn die Wissenschaft, die gemeint ist, betrachtet nicht das Schne berhaupt, sondern rein das Schne der Kunst. Wir wollen es deshalb bei dem Namen sthetik bewenden lassen, weil er als bloer Name fr uns gleichgltig und auerdem einstweilen so in die gemeine Sprache bergegangen ist, da er als Name kann beibehalten werden. Der eigentliche Ausdruck jedoch fr unsere Wissenschaft ist Philosophie der Kunst und bestimmter Philosophie der schnen Kunst.


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