22. Technische Bedeutung der Expropriation der Arbeiter von den Beschaffungsmitteln


22. Die Expropriation des einzelnen Arbeiters vom Besitz der sachlichen Beschaffungsmittel ist rein technisch bedingt:

a) im Fall die Arbeitsmittel die simultane und sukzessive Bedienung durch zahlreiche Arbeiter bedingen,

b) bei Kraftanlagen, welche nur bei simultaner Verwendung fr zahlreiche einheitlich organisierte gleichartige Arbeitsprozesse rational auszunutzen sind,

c) wenn die technisch rationale Orientierung des Arbeitsprozesses nur in Verbindung mit komplementren Arbeitsprozessen unter gemeinsamer kontinuierlicher Aufsicht erfolgen kann,

d) wenn das Bedrfnis gesonderter fachmiger Schulung fr die Leitung von zusammenhngenden Arbeitsprozessen besteht, welche ihrerseits nur bei Verwertung im groen rational voll auszunutzen ist,

e) durch die Mglichkeit straffer Arbeitsdisziplin und dadurch Leistungskontrolle und dadurch gleichmiger Produkte im Fall der einheitlichen Verfgung ber Arbeitsmittel und Rohstoffe.

Diese Momente wrden aber die Appropriation an einen Verband von Arbeitern (Produktivgenossenschaft) offen lassen, also nur die Trennung des einzelnen Arbeiters von den Beschaffungsmitteln bedeuten.

Die Expropriation der Gesamtheit der Arbeiter (einschlielich der kaufmnnisch und technisch geschulten Krfte) vom Besitz der Beschaffungsmittel ist konomisch vor allem bedingt:

a) allgemein durch die unter sonst gleichen Umstnden grere Betriebsrationalitt bei freier Disposition der Leitung ber die Auslese und die Art der Verwendung der Arbeiter, gegenber den durch Appropriation der Arbeitsstellen oder der Mitleitungsbefugnis entstehenden technisch irrationalen Hemmungen und konomischen Irrationalitten, insbesondere: Hineinspielen von betriebsfremden Kleinhaushaltsund Nahrungs-Gesichtspunkten,

b) innerhalb der Verkehrswirtschaft durch berlegene Kreditwrdigkeit einer durch keine Eigenrechte der Arbeiter in der Verfgung beschrnkten, sondern in uneingeschrnkter Verfgungsgewalt ber die sachlichen Kredit-(Pfand-)Unterlagen befindlichen Betriebsleitung durch geschftlich geschulte und als sicher geltende, weil durch kontinuierliche Geschftsfhrung bekannte, Unternehmer.

c) Geschichtlich entstand sie innerhalb einer sich seit dem 16. Jahrhundert durch extensive und intensive Markterweiterung entwickelnden Wirtschaft durch die absolute berlegenheit und tatschliche Unentbehrlichkeit der individuell marktorientiert disponierenden Leitung einerseits, durch reine Machtkonstellationen andererseits.

ber diese allgemeinen Umstnde hinaus wirkt die an Marktchancen orientierte Unternehmung aber im Sinn jener Expropriation:

a) durch Prmiierung der technisch rational nur bei Vollappropriation an Besitzer mglichen Kapitalrechnung gegenber jeder rechnungsmig minder rationalen Wirtschaftsgebarung,

b) durch Prmiierung der rein hndlerischen Qualitten der Leitung gegenber den technischen, und der

Festhaltung des technischen und kommerziellen Geheimwissens,

c) durch die Begnstigung spekulativer Betriebsfhrung, welche jene Expropriation voraussetzt. Diese wird letztlich ohne Rcksicht auf den Grad ihrer technischen Rationalitt ermglicht:

d) durch die berlegenheit, welche

α. auf dem Arbeitsmarkt, jede Besitzversorgtheit als solche, gegenber den Tauschpartnern (Arbeitern),

β. auf dem Gtermarkt die mit Kapitalrechnung, Kapitalgterausstattung und Erwerbskredit arbeitende Erwerbswirtschaft ber jeden minder rational rechnenden oder minder ausgestatteten und kreditwrdigen Tauschkonkurrenten besitzt. Da das Hchstma von formaler Rationalitt der Kapitalrechnung nur bei Unterwerfung der Arbeiter unter die Herrschaft von Unternehmern mglich ist, ist eine weitere spezifische materiale Irrationalitt der Wirtschaftsordnung.

Endlich

e) ist die Disziplin bei freier Arbeit und Vollappropriation der Beschaffungsmittel optimal.


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Seite zuletzt aktualisiert: 26.09.2004 
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