
c. Wunder und Legenden
Die letzte Seite, welche mit den beiden vorigen zusammenhngt und sich in beiden geltend machen kann, betrifft die Wunder, die berhaupt in diesem ganzen Kreise eine Hauptrolle spielen. Wir knnen in dieser Beziehung die Wunder als die Konversionsgeschichte der unmittelbaren natrlichen Existenz bezeichnen. Die Wirklichkeit liegt als ein gemeines, zuflliges Dasein vor; dies Endliche wird vom Gttlichen berhrt, das, insofern es in das ganz uerliche und Partikulare unmittelbar einschlgt, dasselbe auseinanderwirft, verkehrt, zu etwas schlechthin anderem macht, den natrlichen Lauf der Dinge, wie man gewhnlich zu sagen pflegt, unterbricht. Das Gemt nun, als von solchen unnatrlichen Erscheinungen, in welchen es die Gegenwart des Gttlichen zu erkennen glaubt, ergriffen, in seiner endlichen Vorstellung berwunden darzustellen, ist ein Hauptinhalt vieler Legenden. In der Tat aber kann das Gttliche die Natur nur als Vernunft, als die unwandelbaren Gesetze der Natur selber, die Gott ihr eingepflanzt hat, berhren und regieren, und das Gttliche darf sich nicht in einzelnen Umstnden und Wirkungen, die gegen die Naturgesetze verstoen, gerade als das Gttliche erweisen sollen; denn nur die ewigen Gesetze und Bestimmungen der Vernunft schlagen wirklich in die Natur ein. Nach dieser Seite hin gehen die Legenden hufig ohne Not in das Abstruse, Abgeschmackte, Sinnlose und Lcherliche ber, indem Geist und Gemt gerade von dem soll zum Glauben der Gegenwart und Wirksamkeit Gottes bewegt werden, was an und fr sich das Vernunftlose, Falsche und Ungttliche ist. Die Rhrung, Frmmigkeit, Bekehrung kann zwar dann noch von Interesse sein, aber sie ist nur die eine, innere Seite; sobald sie mit anderem und uerlichem in Verhltnis tritt und dies uere die Umkehrung des Herzens bewirken soll, mu das uere nicht in sich selbst etwas Widersinniges und Unvernnftiges sein.
Dies wren die Hauptmomente des substantiellen Inhalts, der in diesem Kreise als Gottes Natur fr sich und als der Proze gilt, durch welchen und in welchem er Geist ist. Es ist der absolute Gegenstand, den die Kunst nicht aus sich selbst schafft und offenbart, sondern den sie von der Religion empfangen hat und zu dem sie mit dem Bewutsein, da er das an und fr sich Wahre sei, herantritt, um ihn auszusprechen und darzustellen. Es ist der Inhalt des glubigen, sich sehnenden Gemts, das sich in sich selbst die unendliche Totalitt ist, so da nun das uere mehr oder weniger uerlich und gleichgltig bleibt, ohne mit dem Inneren in vollstndige Harmonie zu kommen, und deshalb hufig zu einem widrigen, von der Kunst nicht durchweg besiegbaren Stoffe wird.