
1. Das Prinzip der inneren Subjektivitt
Diese Erhebung des Geistes zu sich, durch welche er seine Objektivitt, welche er sonst im uerlichen und Sinnlichen des Daseins suchen mute, in sich selber gewinnt und sich in dieser Einigkeit mit sich selber empfindet und wei, macht das Grundprinzip der romantischen Kunst aus. Hiermit ist nun sogleich die notwendige Bestimmung verbunden, da fr diese letzte Kunststufe die Schnheit des klassischen Ideals und deshalb die Schnheit in ihrer eigensten Gestalt und ihrem gemesten Inhalt kein Letztes mehr ist. Denn auf der Stufe der romantischen Kunst wei der Geist, da seine Wahrheit nicht darin besteht, sich in die Leiblichkeit zu versenken; im Gegenteil, er wird sich seiner Wahrheit nur dadurch gewi, da er sich aus dem ueren in seine Innigkeit mit sich zurckfhrt und die uere Realitt als ein ihm nicht adquates Dasein setzt. Wenn daher auch dieser neue Gehalt die Aufgabe in sich fat, sich schn zu machen, so bleibt ihm dennoch die Schnheit in dem bisherigen Sinne etwas Untergeordnetes und wird zur geistigen Schnheit des an und fr sich Inneren als der in sich unendlichen geistigen Subjektivitt.
Damit nun aber der Geist zu seiner Unendlichkeit gelange, mu er sich ebensosehr aus der blo formellen und endlichen Persnlichkeit zum Absoluten erheben; d. h. das Geistige mu sich als von dem schlechthin Substantiellen erflltes und darin sich selbst wissendes und wollendes Subjekt zur Darstellung bringen. Umgekehrt darf deshalb das Substantielle, Wahre nicht als ein bloes Jenseits der Menschlichkeit aufgefat und der Anthropomorphismus der griechischen Anschauung abgestreift sein, sondern das Menschliche als wirkliche Subjektivitt mu zum Prinzip gemacht und das Anthropomorphistische, wie wir bereits frher sahen, dadurch erst vollendet werden.