
Einleitung:
Vom Romantischen berhaupt
Die Form der romantischen Kunst bestimmt sich, wie dies bis hierher in unserer Betrachtung jedesmal der Fall war, aus dem inneren Begriffe des Gehalts, welchen darzustellen die Kunst berufen ist, und so mssen wir uns zunchst das eigentmliche Prinzip des neuen Inhaltes klarzumachen versuchen, der jetzt als der absolute Inhalt der Wahrheit zu einer neuen Weltanschauung und Kunstgestaltung ins Bewutsein tritt. Auf der Stufe des Anfangs der Kunst bestand der Trieb der Phantasie in dem Aufstreben aus der Natur zur Geistigkeit. Dies Streben aber blieb nur ein Suchen des Geistes, welcher daher, insofern er noch nicht den eigentlichen Inhalt fr die Kunst abgab, sich auch nur als uerliche Form fr die Naturbedeutungen oder subjektivittslosen Abstraktionen des substantiellen Inneren, die den eigentlichen Mittelpunkt bildeten, geltend machen konnte.
Das Umgekehrte zweitens fanden wir in der klassischen Kunst. Hier ist die Geistigkeit, obschon sie sich erst durch die Aufhebung der Naturbedeutungen fr sich selber herauszuringen vermag, die Grundlage und das Prinzip des Inhalts, die Naturerscheinung im Leiblichen und Sinnlichen die uere Form. Diese Form jedoch blieb nicht, wie auf der ersten Stufe, nur oberflchlich, unbestimmt und von ihrem Gehalt undurchdrungen, sondern die Vollendung der Kunst erreichte gerade dadurch ihren Gipfel, da sich das Geistige vollstndig durch seine uere Erscheinung hindurchzog, das Natrliche in dieser schnen Einigung idealisierte und zur gemen Realitt des Geistes in seiner substantiellen Individualitt selber machte. Dadurch ward die klassische Kunst die begriffsgeme Darstellung des Ideals, die Vollendung des Reichs der Schnheit. Schneres kann nicht sein und werden.
Dennoch gibt es Hheres als die schne Erscheinung des Geistes in seiner unmittelbaren, wenn auch vom Geist als ihm adquat erschienen sinnlichen Gestalt. Denn diese Einigung, die sich im Elemente des ueren vollbringt und dadurch die sinnliche Realitt zum angemessenen Dasein macht, widerstrebt ebensosehr wieder dem wahren Begriff des Geistes und drngt ihn aus seiner Vershnung im Leiblichen auf sich selbst, zur Vershnung seiner in sich selber zurck. Die einfache, gediegene Totalitt des Ideals lst sich auf und zerfllt in die gedoppelte Totalitt des in sich selber seienden Subjektiven und der ueren Erscheinung, um den Geist durch diese Trennung die tiefere Vershnung in seinem eigenen Elemente des Inneren erreichen zu lassen. Der Geist, der die Angemessenheit seiner mit sich, die Einheit seines Begriffs und seiner Realitt zum Prinzip hat, kann sein entsprechendes Dasein nur in seiner heimischen, eigenen geistigen Welt der Empfindung, des Gemts, berhaupt der Innerlichkeit finden. Dadurch kommt der Geist zu dem Bewutsein, sein Anderes, seine Existenz, als Geist an ihm und in ihm selber zu haben und damit erst seine Unendlichkeit und Freiheit zu genieen.


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