Kapitel XXIII.

Idealistische Systembildungen auf naturwissenschaftlicher Grundlage


Whrend die Entwicklungsphilosophie sich grundstzlich auf positivistischem Boden bewegt und nur den Entwicklungsgedanken in die Masse der Erfahrungstatsachen hineintragen will, gegenber dem jenseits der Erfahrung Liegenden aber sich skeptisch verhlt, strebten in Deutschland mehrere geistvolle Denker eine Vermittlung zwischen dem Geiste der modernen Naturwissenschaft, dem auch sie sich nicht entziehen konnten und wollten, und der alten spekulativen bezw. idealistischen Gedankenrichtung an. Mit grndlicher naturwissenschaftlicher Bildung ausgerstet, suchten sie ihrem Bedrfnis nach einheitlicher Weltauffassung durch neue metaphysische, wenn auch auf empirischem Fundamente ruhende, Systembildungen zu gengen. Es sind dies: Fechner (1801-87, Hauptwerke 1848-60), Lotze (1817-81, Hauptwerke 1851-64), von Hartmann (1842-1906, Hauptwerke 1869 ff.) und Wundt (geb. 1832, Hauptwerke 1873 ff.). Von ihnen behandeln wir zunchst die beiden lteren: Fechner und Lotze. Beiden ist, neben einer gediegenen naturwissenschaftlichen Bildung, ein poetischer und religiser Sinn gemeinsam. Fechner ist die entschiedenere, feurigere, phantasiereichere, freilich auch phantastischere Natur, whrend Lotze mehr den Typus des kritischen, bedchtigen und feinsinnigen Gelehrten darstellt.

Literatur: Zur ersten Einfhrung eignet sich das Buch des amerikanischen Psychologen Stanley Hall, Die Begrnder der modernen Psychologie (Lotze, Fechner, Helmholtz, Wundt) 1912, deutsch Lpz. 1914.



Inhalt:


69. Fechner und Lotze.
70. Hartmann und Wundt.


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Seite zuletzt aktualisiert: 29.10.2006 
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