
2. Die besonderen Seiten der idealen Skulpturgestalt als solcher
Wenden wir uns jetzt zur bestimmteren Betrachtung der Hauptmomente, auf welche es bei der idealen Skulpturgestalt ankommt, so wollen wir hier im wesentlichen Winckelmann folgen, der mit grtem Sinn und Glck die besonderen Formen und die Art und Weise angegeben hat, in welcher dieselben von den griechischen Knstlern behandelt und gebildet worden sind, um als Ideal der Skulptur gelten zu knnen. Die Lebendigkeit, dies Zerflieende, entflieht zwar den Bestimmungen des Verstandes, der hier das Besondere nicht so festzuhalten und zu durchdringen vermag als in der Architektur; im ganzen aber, wie wir schon sahen, lt sich doch ein Zusammenhang der freien Geistigkeit und der krperlichen Formen angeben.
Der nchste allgemeine Unterschied, den wir in dieser Rcksicht machen knnen, betrifft die Bestimmung des Skulpturwerks berhaupt, nach welcher die menschliche Gestalt Geistiges auszudrcken hat. Der geistige Ausdruck nun, obschon er ber die ganze leibliche Erscheinung ausgegossen sein mu, fat sich am meisten in der Gesichtsbildung zusammen, wogegen die brigen Glieder nur durch ihre Stellung, insofern dieselbe aus dem in sich freien Geiste herkommt, Geistiges in sich widerzuspiegeln imstande sind.
Mit der Betrachtung der idealen Formen erstens des Kopfes wollen wir beginnen, sodann zweitens von der Stellung des Krpers sprechen, woran sich dann drittens das Prinzip fr die Bekleidung schliet.


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