
a. Die Mysterien
Die nchste Form nun, in welcher wir bei den Griechen das Alte erhalten finden, sind die Mysterien. Die griechischen Mysterien waren nichts Geheimes in dem Sinne, da das griechische Volk nicht mit ihrem Inhalt wre allgemein bekannt gewesen. Im Gegenteil gehrten z. B. die meisten Athenienser und eine Menge Fremder zu den Eingeweihten in die Eleusinischen Geheimnisse, aber sie durften nicht von dem reden, worin sie durch Einweihung belehrt worden waren. Man hat sich neuerdings besonders viel Mhe gegeben, die nhere Art der Vorstellungen, welche die Mysterien enthielten, und der gottesdienstlichen Handlungen, die bei ihrer Feier vorgenommen wurden, zu erforschen. Doch scheint im ganzen in den Mysterien keine groe Weisheit oder tiefe Erkenntnis verborgen gewesen zu sein, sondern sie bewahrten nur die alten Traditionen, die Grundlage des spter durch die echte Kunst Umgebildeten auf und hatten deshalb nicht das Wahrhafte, Hhere, Bessere, sondern das Geringere und Niedere zu ihrem Inhalt. Dies Heiliggehaltene wurde in den Mysterien nicht klar ausgesprochen, sondern nur in symbolischen Zgen berliefert. Und in der Tat kommt der Charakter des Unaufgeschlossenen, Unausgesprochenen auch dem Alten, Tellurischen, Siderischen, Titanischen zu, denn nur der Geist ist das Offenbare und sich Offenbarende. In dieser Rcksicht macht die symbolische Ausdrucksweise die andere Seite des Geheimen in den Mysterien aus, da im Symbolischen die Bedeutung dunkel bleibt und etwas anderes enthlt, als das uere, an dem sie sich darstellen soll, unmittelbar gibt. So wurden z. B. die Mysterien der Demeter und des Bacchus zwar auch geistig gedeutet und erhielten dadurch einen tieferen Sinn; diesem Gehalte aber blieb seine Form uerlich, so da er nicht klar aus ihr heraustreten konnte. Fr die Kunst sind die Mysterien daher von geringem Einflu, denn wenn auch vom Aischylos erzhlt wird, er habe zu geflissentlich von der Demeter Mystisches verraten, so beschrnkt sich doch, was er aussagt, darauf, da Artemis die Tochter der Ceres gewesen sei, und das ist eine geringe Weisheit.