Termingeschfte in Produkten

Beim Termingeschft in Produkten wird das ist der Grundgedanke, auf dem seine Gestaltung beruht Ware verkauft, deren Eintreffen am Markt zuknftig innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erwartet wird. Die blichen Erfllungstermine sind demgem bei der tatschlich vorherrschenden Form des Termingeschftes in Produkten Fristen, z.B. von der Lnge von 1-2 Monaten, innerhalb deren der Verkufer die Ware liefern und zu diesem Zweck nach ihrem Eintreffen dem Kufer zur Abnahme ankndigen mu. Nimmt alsdann der Kufer nicht gegen Barzahlung ab, so ist er im Verzuge, und der Verkufer verkauft die Ware gegen bar anderweit und lt sich, wenn er dabei einen niedrigeren Preis erzielt, vom sumigen Kufer die Differenz erstatten; kndigt der Verkufer bis zum Schlu der Frist nicht an, so ist er sumig und der Kufer verfhrt entsprechend. Nun ist es aber natrlich die Regel, da der Kufer die Ware, die er abnehmen soll, auf denselben Termin einem andern weiter verkauft hat, und in diesem Fall kndigt er sie weiter seinem Kufer an, und dieser wieder eventuell dem seinigen und so fort, so da eine Reihe von Leuten vorhanden ist, deren jeder die Ware vom Vormann gekauft und sie einem Nachmann weiter verkauft hat, und durch deren Hnde nun die Kndigung hindurchluft. Es seien z.B. im Juli verkauft von A an B 1000 Tonnen Weizen per Oktober zu 150 Mark pro Tonne. Der Verkufer A ist nehmen wir an ein Weizenimporteur, welcher im Juli in Argentinien zu einem bestmimten niedrigeren Preise ein Quantum Weizen von ungefhr dieser Gre gekauft hat, dessen Eintreffen im Herbst erwartet wird, und welches mit Bercksichtigung verschiedener Frachtund anderer Kosten, die dem Importeur entstehen, nach seiner Berechnung bei einem Verkauf zu 150 Mark noch Gewinn abwirft. Statt zu riskieren, da im Oktober bei Ankunft des Weizens, falls z.B. die Ernte reichlicher als erwartet ausfallen sollte, sich Kufer nicht mehr zu 150, sondern vielleicht nur noch zu 140 Mark finden, ihm also ein Verlust entsteht, verkauft A lieber sofort zu 150 Mk., die ihm B, ein Spekulant, der aus irgendwelchen Grnden ein Steigen der Weizenpreise im Herbst erwartet, jetzt bietet. Der Spekulant B seinerseits verkauft nun im August, als sich ein Kufer C findet, welcher per Oktober 151 pro Tonne zu zahlen bereit ist, den Weizen an diesen, da es ihm zweifelhaft geworden ist, ob er ihn spter noch teurer wird losschlagen knnen. C seinerseits ist nun vielleicht ein Spekulant, der schon lange vorher z B. im Mai in Weizen la baisse spekuliert hatte und an D 1000 Tonnen Weizen per Oktober zu 149 Mark pro Tonne verkauft hatte, in der Erwartung, bis zum Herbst, wenn die Ernteaussichten sich wie er erwartete besserten, und groe Getreidezufuhr aus Argentinien in Aussicht stehe, von einem Importeur ihn zu einem billigeren Preise als 149 Mark per Oktober kaufen und so daran gewinnen zu knnen. Ihn ergreift aber nun, da die Preise im Juli auf ungefhr 150, im August auf ungefhr 151 Mark gestiegen sind, die Besorgnis, der Preis mchte bis zum Oktober anhaltend weiter steigen und er schlielich den Weizen, den er im Oktober an D zu liefern hat, nur zu einem auerordentlich viel teureren Preise erhalten knnen, also schwere Verluste erleiden. Deshalb zieht er vor, lieber jetzt mit dem geringeren Verlust zu realisieren. D endlich, der im Mai von C zu 149 pro Tonne per Oktober gekauft hatte, kann z.B. der Kommissionr eines groen Mllers E sein, der, als im Frhjahr Weizen zu diesem ihm sehr billig scheinenden Preise fr den Herbst zu kaufen war, sich den Weizen, den er im Winter vermahlen will, durch Abschlu des Termingeschfts per Oktober gesichert hat. Er entgeht dadurch der Gefahr, im Fall wie er befrchtet der Preis des Weizens spter steigt, ihn teurer bezahlen zu mssen und nachher beim Verkauf des Mehls einen geringeren Profit zu machen.