Schlussstein. (Baukunst) Ist der mittelste oder oberste Stein eines gemauerten Bogens oder Gewlbes. Es gehrt zum mechanischen der Baukunst, zu wissen, wie der Schlussstein msse beschaffen sein, dass der Bogen oder das Gewlbe dadurch seinen festen Schluss und seine Hltnis bekomme. Wir betrachten ihn hier nur, insofern er unter die Zierraten der Baukunst kann gerechnet werden.
Man ist gewohnt die Schlusssteine der groen Bogen bei Portalen, Tren und Bogenstellungen von den anderen Steinen zu unterscheiden und gar oft wird er mit mancherlei Schnitzwerk verziert. Die besondere Auszeichnung des Schlusssteines, wenn sie auch in nichts bestnde als dass man ihn ber die Flche der Mauer etwas heraustreten liee, scheint darin ihren Grund zu haben, dass es natrlich ist das Ansehen der Festigkeit dadurch zu vermehren, dass man den Stein, auf den das meiste ankommt, dem Auge merkbar mache und denn auch noch darin, dass dadurch das nakende und etwas kahle Ansehen eines groen Bogens etwas gemindert wird. Wie denn berhaupt diese uerung eines etwas subtilen Geschmacks sich darin berall zeigt, dass bei ganz einfrmigen Gegenstnden, da ein Mittelpunkt ist, dieser allgemein mit einem Knopf oder einer anderen Zierrat besonders ausgezeichnet wird.
Will man sie etwas zierlich machen und nicht glatt lassen, so werden sie nach Art der Kragsteine oben mit einem kleinen Gesims versehen und wie doppelte Rollen oder Voluten ausgehauen. Es ist an einem anderen Orte angemerkt worden1, woher die Gewohnheit gekommen, Schlusssteine als angeheftete Menschenkpfe zu bilden. Diese Zierrat, die in der Ruhm- und Rachsucht ganz wilder Vlker ihren Ursprung hat, ist eben nicht zu empfehlen. Aber vllig ungereimt ist es an die Schlusssteine lebendige Menschen- oder gar als Engelskpfe auszuhauen. Denn auch die ausschweifendste. Einbildungskraft wird keinen Grund entdecken, warum lebendige Wesen den Kopf aus einer Mauer herausstrecken.
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1 S. Masken. S. 745 .