Furcht vor der Zensur


Es sind jetzt gerade drei Jahre, dass ich mit der Abhandlung, die alle diese Dinge enthielt, zu Ende gekommen war und die Durchsicht begann, um sie drucken zu lassen. Da erfuhr ich, dass Personen, die ich verehrte und deren Ansehen ebensoviel ber meine Handlungen vermochte wie meine eigene Vernunft ber meine Gedanken, eine kurz vorher von jemand anderem verffentlichte physikalische Ansicht gemibilligt hatten. Ich will nicht sagen, dass ich deren Anhnger war, sondern nur, dass ich vor jener Zensur nichts in ihr bemerkt hatte, das ich der Religion oder dem Staate fr nachteilig halten konnte und das mich, im Fall ich davon berzeugt gewesen, gehindert htte, es zu verffentlichen. Deshalb frchtete ich, es knne sich ganz ebenso auch unter meinen Ansichten eine finden, in der ich mich getuscht, trotz der groen Sorgfalt, die ich immer gehabt, nichts Neues ohne die sichersten Beweise glubig anzunehmen und nichts zu schreiben, das nach irgendeiner Seite hin jemand nachteilig werden knnte. Und so fhlte ich mich gentigt, meinen schon gefaten Entschlu, die Schrift zu verffentlichen, zu ndern. Denn obwohl die Beweggrnde, aus denen ich jenen Entschlu gefat hatte, sehr stark waren, so lie mich doch meine tiefe Abneigung gegen die Buchmacherei sogleich andere Grnde genug zu meiner Entschuldigung finden. Und diese Grnde sind auf beiden Seiten der Art, dass es nicht blo mich an dieser Stelle interessiert, sie zu sagen, sondern vielleicht auch das Publikum, sie zu wissen.


 © textlog.de 2004 07.09.2026 06:52:52
Seite zuletzt aktualisiert: 21.12.2006 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright