
Viertes Kapitel.
[Themen und Disposition der Untersuchung]
Derart sind etwa die sich erhebenden Schwierigkeiten, die wir nunmehr teils zu lsen, teils zu besttigen haben. Denn die Lsung einer Schwierigkeit ist ein Finden.
Zuerst mssen wir sehen, ob der Unenthaltsame wissentlich oder unwissentlich, und inwiefern oder wie unwissentlich handelt, darauf dann, was man als Gegenstand der Unenthaltsamkeit und der Enthaltsamkeit aufstellen soll, ob nmlich jede Lust und Unlust oder nur bestimmte Arten derselben, ferner ob enthaltsam und abgehrtet dasselbe sind oder verschieden; zuletzt sind hnlich die anderen dieser Betrachtung verwandten Punkte zu erledigen.
Der erste Ausgangspunkt dieser Errterung ist die Frage, ob der Unterschied zwischen dem Enthaltsamen und dem Unenthaltsamen in dem Gegenstand oder in dem Wie liegt, das heit ob der Unenthaltsame nur darum, weil er es mit einem bestimmten Gegenstande zu tun hat, unenthaltsam ist, oder vielmehr darum, weil sein Verhalten ein bestimmtes ist, oder endlich aus beiden Grnden zugleich. An zweiter Stelle ist die Frage zu beantworten, ob die Unenthaltsamkeit und die Enthaltsamkeit es mit allen Dingen zu tun hat oder nicht.
Der schlechthin Unenthaltsame hat es nmlich nicht mit allem zu tun, sondern vielmehr mit eben dem, worauf die Unmigkeit sich bezieht, und er ist unenthaltsam, nicht insofern er berhaupt zu dem betreffenden Ding ein Verhltnis hat, da das dasselbe wre wie die Unmigkeit, sondern insofern er dieses bestimmte Verhltnis hat. Der eine nmlich gibt sich mit Vorsatz und aus freier Wahl der Begierde hin und hat dabei die Meinung, dass man immer die Lust des Augenblicks genieen msse; der andere meint das nicht, frhnt der Lust aber doch.