Achtes Kapitel.
[Allgemeine Meinung: drei Arten von Gtern]


Wir mssen dasselbe jedoch nicht nur auf Grund der Schlufolgerung und der begrifflichen Voraussetzungen zu ermitteln suchen, sondern ebenso auf grund der darber herrschenden Ansichten. Mit der Wahrheit stimmen alle Tatsachen berein, mit dem Irrtum aber gert die Wahrheit bald in Zwiespalt.

Man unterscheidet drei Arten von Gtern: uere Gter, Gter der Seele und Gter des Leibes. Von diesen gelten die der Seele als die wichtigsten, als Gter im vollkommensten Sinne. Die seelischen Akte und Ttigkeiten legen wir aber der Seele bei. Mithin mchte unsere Begriffsbestimmung zutreffend sein, wenn anders jene alte, auch von den Philosophen allgemein adoptierte Schtzung der Gter etwas beweist.

Auch darum erscheint sie als richtig, weil sie als Endziel gewisse Akte und Ttigkeiten aufstellt. Denn so liegt das Endziel in Gtern der Seele, auch insofern sie den ueren Gtern gegenberstehen.

Ebenso stimmt es zu ihr, dass man von dem Glcklichen sagt, er lebe gut und gehabe sich gut. Mit unserer Definition ist ja ungefhr so viel gesagt wie gutes Leben und gutes Gehaben.


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