A. Vergleichungen, welche vom uerlichen anfangen


Mit den verschiedenen Dichtungsarten, welche dieser ersten Stufe der vergleichenden Kunstform zuzuteilen sind, befindet man sich jedesmal in Verlegenheit und hat viel Mhe, wenn man sie in bestimmte Hauptgattungen einzurangieren unternimmt. Es sind untergeordnete Zwitterarten, welche keine schlechthin notwendige Seite der Kunst ausprgen. Im allgemeinen geht es damit im sthetischen wie mit gewissen Tierklassen oder sonstigen Naturvorkommenheiten in den Naturwissenschaften. In beiden Gebieten liegt die Schwierigkeit darin, da es der Begriff der Natur und Kunst selber ist, der sich einteilt und seine Unterschiede setzt. Als die Unterschiede des Begriffs sind dies nun auch die wahrhaft begriffsmigen und deshalb zu begreifenden Unterschiede, in welche dergleichen bergangsstufen nicht hineinpassen wollen, weil sie eben nur mangelhafte Formen sind, die aus der einen Hauptstufe heraustreten, ohne doch die folgende erreichen zu knnen. Die Schuld des Begriffs ist dies nicht, und wollte man, statt der egr/T/smomente der Sache selbst, solche Nebenarten zum Grunde der Einteilung und Klassifikation machen, so wrde gerade das dem Begriff Unangemessene als die geme Entfaltungsweise desselben angesehen werden. Die wahre Einteilung aber darf nur aus dem wahren Begriff hervorgehen, und zwitterhafte Gebilde knnen nur da ihren Platz finden, wo die eigentlichen, fr sich feststehenden Formen anfangen, sich aufzulsen und in andere berzugehen. Dies ist hier in betreff auf die symbolische Kunstform, unserem Gange gem, der Fall.

Der Vorkunst aber des Symbolischen gehren die angedeuteten Arten an, weil sie berhaupt unvollkommen und damit ein bloes Suchen der wahren Kunst sind, das wohl die Ingredienzien zu der echten Weise des Gestaltens in sich hat, dieselben jedoch nur in ihrer Endlichkeit, Trennung und bloen Beziehung auffat und deshalb untergeordnet bleibt. Wir haben daher, wenn wir hier von Fabel, Apolog, Parabel usf. reden, diese Arten nicht abzuhandeln, insofern sie der Poesie als eigentmlicher, ebensosehr von den bildenden Knsten als von der Musik unterschiedener Kunst angehren, sondern nur nach der Rcksicht, nach welcher sie zu den allgemeinen Formen der Kunst ein Verhltnis haben und ihr spezifischer Charakter sich nur aus diesem Verhltnis, nicht aber aus dem Begriff der eigentlichen Gattungen der Dichtkunst, als der epischen, lyrischen und dramatischen, erklren lt.

Die nhere Gliederung nun dieser Arten wollen wir so machen, da wir zuerst von der Fabel, sodann von der Parabel, dem Apolog und Sprichwon handeln und mit der Betrachtung der Metamorphosen schlieen.



Inhalt:


1. Die Fabel
2. Parabel, Sprichwort, Apolog
3. Die Verwandlungen


 © textlog.de 2004 06.09.2026 12:46:20
Seite zuletzt aktualisiert: 14.09.2004 
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