Petitsmaitres

Petitsmaitres. (Kupferstecherkunst) Unter diesem Namen, verstehen die franzsischen Liebhaber der Kupfersammlungen die Kupferstecher aus der ersten Zeit dieser Kunst, die sie auch sonst vieux maitres, die alten Meister nennen. Den Namen Petitsmaitres haben sie ihnen darum gegeben, weil sie meistenteils ganz kleine Stcke verfertigt haben. Die Werke der kleinen Meister, die gegenwrtig ziemlich selten werden, sind nicht blo zur Historie der Kunst, sondern gar oft auch ihres innerlichen Wertes halber sehr schtzbar. Meistenteils sind sie, sie seien in Kupfer gestochen oder in Holz geschnitten, beraus fein und nett gearbeitet; viele sind aber auch wegen der sehr guten Zeichnung, schnen Erfindung, guten Anordnung und wegen des richtigen Ausdrucks der Charaktere, sehr schtzbar. Die Folge dieser kleinen Meister fngt von der Mitte des XV Jahrhunderts an und geht bis gegen das Ende des XVI. Die meisten dieser Meister waren Deutsche, die besten aus Oberdeutschland und der Schweiz. Darum sollte eine gute Sammlung der kleinen Meister vornehmlich einem Deutschen schtzbar sein; da sie ein unverwerfliches Zeugnis gibt, dass die Deutschen nicht nur die ersten und fleiigsten Bearbeiter der Kupferstecher und Holzschnittkunst gewesen; sondern, dass berhaupt, wie sich Christ ausdrckt1 die rechte und wahre Weise der Malerei beinahe eher und besser im Elsa, in Schwaben, in Franken und in der Schweiz als in Italien ist gebt worden. Unsers groen Albrecht Drers, dessen Verdienste bekannt genug sind, nicht zu gedenken, wird man schwerlich von Knstlern der ersten Zeit auerhalb Deutschland so viel und so gute Werke einer chten Zeichnung und Anordnung zusammen bringen als die Sammlung der kleinen deutschen Meister enthlt. Unter diesen aber behaupten die drei Schweizer Albrecht Altorfer, Jobst Amman und besonders Tobias Stimmer, einen vorzglichen Rang.

 Zur Belustigung des Lesers, will ich hier noch anmerken, dass die franzsischen Kunstliebhaber verschiedene Namen der deutschen kleinen Meister auf sehr possierliche Weise verstellen. Martin Schn heit oft le beau Martin, auch Martin Scon. Sebald Beham, ein Nrnberger, wird allgemein Hisbins genannt, weil sein Zeichen auf den Kupfern die Buchstaben HSB in einander geschlungen enthlt.

 

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1 S. Christs Auslegung der Monogrammatum S. 68.

 


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