Felder

Felder. (Baukunst) Vertiefungen mit erhabenen Einfaungen und verschiedenen Verzierungen, die in der Baukunst an den Decken angebracht werden, um das Glatte zu unterbrechen. Ungeachtet der groen Einfalt, die den Charakter der griechischen Bauart ausmacht, suchten die griechischen Baumeister das Glatte an den Decken zu vermeiden. So wohl die geraden als die gewlbten Decken wurden allgemein in viel Viereke eingeteilt, deren jedes seine Einfassung hatte, innerhalb aber vertieft und mit Zierraten geschmckt war. In der Rotonda in Rom, dem ehemaligen Pantheon, ist das Gewlb der Cupel in solche viereckigte Felder eingeteilt und ehedem war jedes vertiefte Vierek mit einer aus Metall gegossenen (und vermutlich verguldeten) Rose ausgeziert. Auch kleinere Decken, wie die Decken der Sulenlauben, so gar die untere Seite des Unterbalkens und das Kinn oder die untere Flche der Kranzleisten an Geblken, wurden in Felder eingeteilt, die die Rmer Lacus, Lacunas, (d. i. Lcher) Vertiefungen nennten. Diese Felder geben den Gebuden ein sehr reiches Ansehen.

 Die neueren Baumeister der vorigen Zeiten haben so wohl gerade als gewlbte Decken durch Gips und Stukarbeit in Felder eingeteilt, welches gegenwrtig aus der Mode gekommen, weil man allgemein dafr Deckengemlde anbringt. Nur an den Unterbalken und an den Kranzleisten hat man die Felder beibehalten.

 Gegenwrtig teilt man auch die Wnde der Zimmer, die entweder vertfelt oder mit Marmor bekleidet sind, in Felder ein, die aber nicht so vertieft und grer sind als die Deckenfelder. Dergleichen Felder nennen die franzsischen Baumeister compartimens und man kann bei Daviler eine groe Mannigfaltigkeit von Zeichnungen zu solchen Feldern antreffen. Die Tapeten haben inzwischen diese Arten der Wnde etwas aus der Mode gebracht.

 Feld heit in der Baukunst berhaupt an einer Wand oder an einer Decke jede gerade Flche, die eine etwas hervorstehende Einfaung hat. Daher auch die Flche der Giebel, die rings herum mit einem Gesims eingefasst ist, Giebelfeld genannt wird.

 


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Seite zuletzt aktualisiert: 23.10.2004 
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