
Geschichte, Kultur, Erziehung
Damit sind wir bei der Sozial- und Geschichtsphilosophie Fichtes angelangt. Gesellschaft ist nach ihm die Beziehung der vernnftigen Wiesen aufeinander. Der soziale Trieb ist ein Grundtrieb des Menschen, dieser ist bestimmt, in der Gesellschaft zu leben, da er nur in dieser ganz Mensch ist. Das Leben im Staate ist ein Mittel zur Grndung einer vollkommenen Gesellschaft. Wechselwirkung durch Freiheit ist der Charakter der Gesellschaft. Durch sie entsteht die Vervollkommnung der Gattung; gemeinschaftliche Vervollkommnung ist unser Ziel in der Gesellschaft. Kultur als Gestaltung und Beherrschung uerer und innerer Verhltnisse durch die Vernunft ist Endzweck des Menschen, dem er sich in der Geschichte immer mehr nhert.
In ihr wirkt die Vernunft erst als Instinkt (Stand der Unschuld), dann ab, Autorittszwang, es kommt zur Auflehnung gegen diese, bis endlich eine Synthese eintritt, bei der alles frei durch Vernunft organisiert wird, die Menschheit ihr Leben aktiv-bewut, rationell-sittlich gestaltet. Endphase ist der Stand der vollendeten Rechtfertigung und Heiligung. Eine besondere Aufgabe hat in der Gesellschaft der Gelehrte, er ist der Vertreter der Vernunft, er widmet sein Leben der Idee. Ideen zu einer National- und Sozialpdagogik fhrt Fichte, unter dem Einflu von Pestalozzi, in den Reden an die deutsche Nation aus. Nur durch innere Umwandlung kann das deutsche Volk wieder sich erheben, auf die Jugend mu man einwirken. Die Erziehung ist (wie nach Plato) eine Sache des Staates, der darauf zu sehen hat, da die Jugend in geeigneten Anstalten sittlich und national erzogen wird. Eine deutsche Nationalerziehung tut not. Wichtig ist vor allem die Erziehung zu einem festen, nicht schwankenden Willen; denn der Wille ist die Grundwurzel des Menschen selbst. Die Liebe zum Guten als solchen mu zur Entfaltung gelangen. Die eigene Ttigkeit des Zglings anzuregen, ist notwendig. Fr die Frderung des Vernunftzwecks ist auch sthetische Bildung hchst wirksam.