
Philosophie, Wissenschaftslehre
Die Philosophie ist ein Ausflu der ganzen Persnlichkeit. Was fr eine Philosophie man whle..., hngt davon ab, was man fr ein Mensch ist. Auch in dem theoretischen Teile hat sie es mit dem Handeln zu tun, wenn auch mit der rein geistigen, inneren Richtung desselben, mit der aber zugleich die Setzung des ueren, des Objekts, der Auenwelt verknpft ist. Die Philosophie untersucht, was im Geiste an ursprnglichen Tathandlungen besteht und in welchem Zusammenhange sich diese entfalten. So ist sie Erkenntnis, die sich selbst werden sieht, genetische Erkenntnis, Erkenntnis der gesamten Erkenntnis. Sie ist Wissenschaftslehre. Diese ist eine pragmatische Geschichte des menschlichen Geistes, die Ableitung alles Seine der Erscheinung aus dem Geiste, die Begrndung des Wissens; ihre Aufgabe ist es, das eine, allgemeine und absolute Wissen in seiner Entstehung zu sehen. Vermittelst einer Art transzendentaler oder metaphysischer Psychologie wird der allgemeine Inhalt der Erfahrung und die Form derselben aus vorbewuten Prozessen des Geistes deduziert. So ist die Quelle der philosophischen Erkenntnis die intellektuale Anschauung als das unmittelbare Bewutsein, da ich handle und was ich handle; sie ist das, wodurch ich etwas wei, weil ich es tue. Die logische Methode, deren sich Fichte bedient, ist dialektisch (synthetisch); sie besteht in der Aufsuchung des bereinstimmenden im Entgegengesetzten nach dem Schema: Thesis, Antithesis, Synthesis. Dogmatisch ist nach Fichte jede Philosophie, welche vom Sein, von Dingen ausgeht, also ber das Ich hinausgeht. Die kritische (idealistische) Philosophie hingegen geht vom Ich aus, ist immanent, weil sie alles in das Ich setzt, alles aus dem Ich (Kants transzendentaler Apperzeption) ableitet, die Welt als Produkt geistiger Aktivitt begreift.