Nachtstck. (Malerei) Sind Gemlde deren Szene weder Sonne noch Tageslicht empfngt, sondern nur durch Fakeln oder angezndete Lichter unvollkommen erleuchtet wird. In dem Nachtstck werden die Stellen, wo das Licht nicht unmittelbar hinfllt, durch keine merkliche Widerscheine erleuchtet, es sei denn, dass sie ganz nahe an dem Lichte liegen. Alle eigentmlichen Farben, deren eigentliche Stimmung von dem natrlichen Tageslicht oder Sonnenschein herkommt, verlieren sich in dem Nachtstck, das alle Farben ndert. Alles nimmt den Ton des knstlichen Lichtes an, der bald rthlich, bald gelb, bald blau ist, nach Beschaffenheit der Materie, wodurch das brennende Licht unterhalten wird.
Daraus folgt, dass das Nachtstck dem Auge durch den so mannigfaltigen Reiz der Farben, nie so schmeicheln werde als ein anderes Stck; und in der Tat sind die meisten Nachtstcke so, dass ein nach Schnheit der Farben begieriges Auge, wenig Gefallen daran findet. Ich selbst gestehe, dass ich ein allgemeines Vorurteil gegen alle Nachtstcke gehabt, bis ich in der Galerie zu Dsseldorf die vortreflichen Stcke des Schalken gesehen habe, wo man weder den Reichtum der Farben, noch die Harmonie derselben vermisst.