Gescho. (Baukunst) So nennt man in einem Gebude, das aus mehreren ber einander liegenden Abteilungen besteht, die oberen Abteilungen, zu denen man durch Treppen hinaufsteiget. Sie werden auch Stokwerke und jetzt schon vielfltig mit dem franzsischen Namen Etages genannt. Man sagt von einem Hause, es sei von einem, zwei, drei Geschossen oder Stokwerken, wenn ber die untersten, gerade ber der Erde liegenden Zimmer, noch ein, zwei oder drei Aufstze von Zimmern gebaut sind. Nmlich die untersten Wohnungen werden eigentlich noch nicht zu den Geschossen gerechnet. Dieser Bedeutung des Wortes zu Folge wre ein Haus von drei ber einander liegenden Wohnungen und drei Reihen ber einander stehender Fenster, nur von zwei Geschossen, weil die unterste Wohnung noch zwei andere ber sich hat.
Man unterscheidet auch ganze und halbe Geschosse. Die Ganzen sind in gemeinen Wohnhusern wenigstens zehn und hchstens vierzehn Fu hoch; in Pallsten fnfzehn bis zwanzig; die halben Geschosse, die auch Attiken1 genannt werden, haben nur die halbe Hhe.
An den Aussenseiten werden gemeiniglich die Geschosse durch Bnder und Gesimse von einander abgesndert; es sei denn, dass nach rmischer Art Su len oder Pilaster von dem Fue des Gebudes bis an das Geblk gehen, in welchem Fall diese Absnderung der Geschosse nicht statt haben kann. Man gibt auch dem ersten Gescho oft seine besondere Plinthe. Eine Aussenseite von zwei und mehreren Geschossen, die nicht durch Bnder oder Gesimse abgeteilt sind, hat ein zu mageres Ansehen; hingegen gibt die Abteilung der Geschosse den Aussenseiten nicht nur ein gutes Ansehen, sondern erweckt auch zugleich den Begriff einer mehreren Festigkeit. An den Aussenseiten gemeiner Wohnhuser zeigt sich der gute oder schlechte Geschmack eines Baumeisters auf den ersten Blick, aus der Abteilung der Geschosse. Der gute Baumeister wei alles so einzurichten, dass jedes Gescho ein Ganzes ausmacht, dessen Teile nicht gegen das ganze Gebude, sondern nur gegen das Gescho abgemessen werden.
______________
1 S. Attiken.