Im Wahlkampf setzt Premier Benjamin Netanyahu auf dramatische Bilder: So veröffentlichte er auf der Plattform X einer Illustration eines Atompilzes über der israelischen Stadt Tel Aviv. Damit möchte er vor einer „echten und greifbaren existenziellen Gefahr“ durch den Iran warnen.
Zwei Tage vor der Parlamentswahl schockiert Netanyahu mit einer verstörenden Darstellung: Darauf ist eine – vermutlich KI-generierte - nukleare Explosion über der Küstenmetropole Tel Aviv zu sehen.
„Wenn die Iraner die Atombombe erlangen, wird nichts mehr dasselbe sein“, erklärt der Politiker. Alles sei trivial angeichts dieser „existenziellen Gefahr“. „Die inszenierten und erfundenen Stürme, die ständig auftauchen, dienen dazu, die Aufmerksamkeit von der einen Sache abzulenken, die am wichtigsten ist: dem Abschluss der Arbeit im Iran“, so Netanyahu. Als Themen, die davon ablenken sollen, nannte er Debatten über Katar, die ultraorthodoxe Bevölkerung und die Wehrpflicht.
Netanyahu warnt: Nur zwei Jahre mit Unterstützung Trumps
Weiters betont er, dass US-Präsident nur noch zwei Jahre im Amt sei, um diese „Arbeit“ zu beenden. „Niemand weiß, was danach kommt, sei es Kamala Harris oder irgendein anderer unbedeutender Kandidat“, so Netanyahu. Der Hass gegen ihn würde dem Land nicht gegen die iranische Atombombe helfen. Der Iran hat dagegen Pläne zur nuklearen Aufrüstung stets bestritten.
Netanyahus wichtiger Herausforderer bezeichnete ihn auf X als „hysterisch“:
Gegner wirft Netanyahu „Lügen und Angstmache“ vor
Netanyahus größter Konkurrent im Wahlkampf, der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot von der Mitte-Partei Jaschar reagierte auf diese Darstellung kritisch. Der Regierungschef sei „hysterich“. Er antwortet ebenfalls auf der Plattform X: „Wie in jedem Wahlkampf greifst du wieder zu den altbekannten Methoden: Lügen und Angstmache. Diesmal schüchterst du die israelische Bevölkerung mit der Drohung massiver Zerstörung ein. Und das, nachdem du die Kriegsziele gegenüber dem Iran nicht erreicht hast.“
Vor der Parlamentswahl am Dienstag steht der amtierende Premier unter Druck: Es zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die in der politischen Mitte angesiedelte Partei Jashar könnte laut Umfragen Netanyahus rechtskonservative Likud-Partei als stärkste Kraft im Parlament ablösen. Doch selbst ein solcher Wahlerfolg würde Eisenkot nicht automatisch ins Amt des Ministerpräsidenten bringen: Keines der beiden politischen Lager kann derzeit mit einer eigenen Mehrheit rechnen.
Netanyahu wegen Patt-Situation „besorgt“
„Die Umfragen zeigen ein Patt – ich bin besorgt“, erklärte Netanyahu kurz vor der Wahl. International steht Netanyahu wegen der Kriegsführung im Gazastreifen mit Zehntausenden Toten jedoch massiv in der Kritik. Rückendeckung erhält Netanyahu von Trump, der sich ausdrücklich für eine erneute Amtszeit des Likud-Chefs aussprach.
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