Nach KANT ist Welt das mathematische Ganze aller Erscheinungen und die Totalitt ihrer Synthesis (Kr. d. rein. Vern. S. 348. s. Unendlich). Er lehrt (hnlich im wesentlichen spter LAPLACE, Exposit. du systme du monde, 1796) die bekannte Theorie von der Entstehung unseres Planetensystems (Allgem. Naturgesch. u. Theor. d. Himmels, 1755). Nicht durch einen von auen den Umschwung erteilenden Gott (wie bei NEWTON), sondern durch die Naturkrfte selbst ist das Werden des Planetensystems zu erklren. Durch Zusammenballung der ursprnglichen Dunstmasse entstanden die Himmelskrper. Die Materien..., daraus die Planeten, die Kometen, ja die Sonne bestehen, mssen anfnglich in dem Raume des planetischen Systems ausgebreitet gewesen sein und in diesem Zustande sich in Bewegung versetzt haben, welche sie beibehalten haben, als sie sich in besonderen Klumpen vereinigten und die Himmelskrper bildeten, welche alle den ehemals zerstreuten Stoff der Weltmaterie in sich fassen. Man ist hierbei nicht lange in Verlegenheit, das Triebwerk zu entdecken, welches diesen Stoff der bildenden Natur in Bewegung gesetzt haben mge. Der Antrieb selber, der die Vereinigung der Massen zuwege brachte, die Kraft der Anziehung, welche der Materie wesentlich beiwohnt und sich dieser bei der ersten Regung der Natur zur ersten Ursache der Bewegung so wohl schickt, war die Quelle derselben (WW. I, 321). Eine intelligible Welt, eine Welt vernnftiger Wesen als ein Reich der Zwecke, ist mglich, und zwar durch die eigene Gesetzgebung aller Personen als Glieder (Grundleg. zur Met. d. Sitt. 2. Abschn., S. 76). - KRUG erklrt: Wenn die Uridee der Vernunft auf das Vorgestellte als ein unbedingtes Objekt des Denkens bezogen wird, so entspringt hieraus die Idee: absolute Einheit aller sich einander bedingenden Erscheinungen, mithin die Vorstellung von der Welt als einem absoluten Inbegriffe aller in Raum und Zeit existierenden, obwohl in ihrer Totalitt nicht wahrnehmbaren Dinge. Daher ist dieses Ganze nicht als Sinnenwelt (mundus sensibilis), sondern als Verstandes- oder Vernunftwelt (mundus intelligibilis) zu betrachten (Handb. d. Philos. I, 309 ff.). Die Welt ist fr uns nur erkennbar, als sie ein Inbegriff von Erscheinungen oder von Gegenstnden mglicher Erfahrung in gesetzlicher Verknpfung ist (L C. S. 314). Nach FRIES ist die Welt das verbundene Ganze aller mglichen Gegenstnde unserer Erkenntnis (Syst. d. Log. S. 97).
ber J. G. FICHTE S. Objekt. - Nach SCHLEIERMACHER ist die Welt die vollstndige Einheit des endlichen Seins als Ineinander von Natur und Vernunft in einem alles in sich schlieenden Organismus (Philos. Sittenlehre 53). - Nach SCHELLING ist die Welt der Abdruck des ewigen und unendlichen Sich-selber-wollens des Absoluten (WW. I 2, 362. vgl. L. OKEN, b. d. Universum, 1808. J. E. v. BERGER, Philos. Darstell. d. Weltalls I, 1808). - Nach SCHOPENHAUER ist die Welt an sich Wille (s. d.) - Nach CHR. KRAUSE ist die Welt das vollstndige Vereinganze aller in irgend einer Hinsicht endlichen Wesen und Wesenheiten (Vorles. S. 249 ff.. vgl. Panentheismus). Es gibt eine objektive Welt der Ideen (Urb. d. Menschh.3, S. 10). Die Welt der Ideen ist eine selbstndige, ewige und freie Wiederholung des ganzen Weltbaues innerhalb der Vernunft. Sie ist unendlich, vollstndig, vor aller Zeit und nur einmal, allen Geistern zur Vermhlung mit der Welt des Individuellen offen (l. c. S. 34). In der Uridee Gottes ruhen die Ideen aller Wesen (ib.). Die Welt ist ein Gottesreich, in welchem alle Dinge in vorherbestimmter Harmonie sich befinden (l. c. S. 57). Nach HEGEL ist die Welt das Aggregat der weltlichen Dinge, nur das Zusammen dieser unendlichen Menge von Existenzen (WW. XII, 359). Die Welt der Endlichkeit, Zeitlichkeit, Vernderlichkeit, Vergnglichkeit ist nicht das Wahre, sondern das Unendliche, Ewige, Unvernderliche (ib.). Der absolute, seiner selbst sich bewute Geist, ist... das Erste und einzig Wahre. Die endliche Welt, die so ein Gesetztes ist, ist hiemit ein Moment in diesem Geiste (WW. XI, 132). Nach ZEISING ist die Welt Gott in seiner Entzweiung, in seinem Abfall von sich selbst (sthet. Forsch. S. 58. vgl. G. BIEDERMANN, Philos. als Begriffswiss. II, 251 ff.). Nach ULRICI ist die Welt ein Gedanke Gottes, ewig von ihm geschaffen (Gott u. d. Nat. S. 643 ff.). Nach FECHNER ist die Welt eine Entuerung Gottes (Zend-Av. I, 264 f.). MAINLNDER erklrt: Gott ist gestorben, und sein Tod war das Leben der Welt (Philos. d. Erls. S. 108). Nach E. v. HARTMANN ist der Weltprozess ein Kampf des Logischen mit dem Alogischen (s. Unbewute, das. Pessimismus). Nach NIETZSCHE ist die Welt ein Komplex von Willen zu Leben (s. d.), als Spiel von Krften zugleich Eins und Vieles, ewig sich wandelnd, ewig zurcklaufend, eine dionysische Welt des Ewig-sich-selber-schaffens, des Ewig-sich-selber-zerstrens (WW. XV, 384 f.). Nach VACHEROT ist die Welt die Realitt Gottes (Met.). Nach FR. ROHMER ist das Universum der Krper Gottes, in Gott geworden (Wissensch. u. Leben I, 1871). Nach J. BERGMANN sind alle Dinge in einem Dinge enthalten und bilden dadurch den Zusammenhang, der Welt an sich heit. Man kann auch dieses Ding selbst die Welt nennen oder das Weltganze, und die in ihm befaten Dinge seine Teile, nur darf man dann das Verhltnis des Ganzen zu den Teilen nicht mit demjenigen des zusammengesetzten zu den Elementen, aus welchen es zusammengesetzt ist und in deren Summe oder Aggregat es besteht, identifizieren (Vorles. b. Met. S. 410). - Nach HAGEMANN ist die Welt die Gesamtheit der empirisch gegebenen Wirklichkeit (Met.2, S. 51). HUSSERL erklrt Welt als die gesamte gegenstndliche Einheit, welche dem idealen System aller Tatsachen entspricht und von ihm untrennbar ist (Log. Unters. I, 121). Nach L. DUMONT ist die Welt eine Gesamtheit von Empfindungen, das Ich eine besondere Gruppe solcher (Vergn. u. Schmerz S. 136). hnlich nach E. MACH (S. Empfindung). Nach FOUILLE lt sich die Welt als une vaste socit d'tres betrachten (Scienc. social. p. 417). Nach E. G. OPITZ ist die Welt an sich unrumlich und unzeitlich (Grundr. ein. Sozialwiss. I, 1897). Nach P. MONGR ist die Welt ein Chaos (s. d.) (Das Chaos S. 180. vgl. S. 139). Sie ist ein verschwindender Spezialfall dem Chaos gegenber, der nur fr das Bewutsein Realitt besitzt (l. c. S. 207). Jedes willkrlich gewhlte Weltprinzip scheidet, wenn es hinreichend eng ist und sonst unseren Begriffen einer empirischen Welt ungefhr entspricht, aus dem Chaos einen Kosmos aus, d.h. aus der Gesamtheit aller Weltzustnde eine (linear ausgedehnte) Gesamtheit bestimmter Weltzustnde. Wir erkennen, da in das Chaos eine unzhlbare Menge kosmischer Welten eingesponnen ist, deren jede ihren Inhabern als einzige und ausschlielich reale Welt erscheint (l. c. S. 208). Nach WUNDT ist die Welt eine Stufenfolge von Willenseinsheiten (Syst. d. Philos.2, S. 407 ff.). Ihrer geistigen Seite nach besonders ist die Welt Entwicklung, ewiges Werden und Geschehen (l. c. S. 666 ff.). - Vgl. GIOBERTI, Protolog. II, 107. STEUDEL, Philos. I 2, 320 ff.. EUCKEN, Kampf um ein. geist. Lebensinh. S. 9, u. a. - Vgl. Weltseele, Ewigkeit, Schpfung, Intelligible Welt, Auenwelt, Objekt, Idealismus, Solipsismus, Spiritualismus, Materialismus, Gott, Evolution, Ekpyrosis, Werden, Pantheismus, Panentheismus, Weltbegriff, Mikrokosmos, Kosmologie.