Unbewut bedeutet: 1) vom Subjekt ausgesagt: ohne Bewutsein (s. d.) im aktiven Sinne, bewutlos, nicht wissend, ohne Besinnung (s. d.) und Reflexion (r,. d.), ohne psychisches Erleben berhaupt (relativ - absolut unbewut). 2) von Erlebnissen ausgesagt: ohne Bewutheit (s. d.), Bewutsein im passiven Sinne. a. physiologisch unbewut: die nicht ins Erleben fallenden organischen Prozesse. b. psychologisch unbewut: die psychischen (s. d.) Erlebnisse, die nicht apperzipiert (s. d.), nicht selbstndig fixiert werden, die ohne innere Wahrnehmung (s. d.), ohne Reflexion (s. d.) verlaufen (unbewute Urteile, Schlsse u. dgl.). die unterbewuten (s. d.) Prozesse. die zu den psychischen Prozessen vorauszusetzenden funktionellen Dispositionen (s. d.), die aber nicht selbst Vorstellungen u. dgl. sind. c. erkenntnistheoretisch: alles nicht ins erkennende Bewutsein Fllende, das (relativ und absolut) Transzendente (s. d.), das aber fr sich wohl selbst Bewutsein haben, sein kann (s. Spiritualismus, Introjektion). Das Psychisch-Unbewute ist der niederste Grad, das Differential des Bewutseins, nichts absolut Bewutloses, denn psychisch (s. d.) und bewut sind Wechselbegriffe. Wohl mu aber scharf zwischen Bewutsein als bloer Funktion (funktionellem Bewutsein) und Bewutsein als Wissen (s. d.) bezw. als Gewutem, Appercipiertem, Beurteiltem unterschieden werden (vgl. auch Selbstbewutsein).
Bei den Anhngern der Lehre von den unbewuten psychischen Vorgngen sowie bei den Gegnern derselben ist es nicht immer klar, ob es sich um das Unbewute im Sinne des Nicht-Apperzipierten, Nicht-Reflexionsmigen oder um das absolut Unbewute handelt.


Begriff und Definition des Unbewuten bei:
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