Philosophie - Kant

KANT bestimmt die Philosophie als Begriffswissenschaft. Es ist ihre Aufgabe, Begriffe, die als verworren gegeben sind, zu zergliedern, ausfhrlich und bestimmt zu machen (WW. II, 286). Philosophie ist das System aller philosophischen Erkenntnis (Krit. d. r. Vern.). Das ist ihr Schulbegriff (l. c. S. 633. Vernunfterkenntnis aus bloen Begriffen, Log. S. 22). Es gibt aber noch einen Weltbegriff (conceptus cosmicus)... In dieser Absicht ist Philosophie die Wissenschaft von der Beziehung aller Erkenntnis auf die wesentlichen Zwecke der menschlichen Vernunft (Krit. d. r. Vern. S. 633. Wissenschaft von den letzten Zwecken der menschlichen Vernunft, Wissenschaft von der hchsten Maxime des Gebrauchs unserer Vernunft, Log. S. 23, 25). Die Philosophie traktieret das, was in allen menschlichen Erkenntnissen das Selbstndige ist und allem zugrunde liegt (Reflex. II, 68). Vier Fragen machen das Feld der Philosophie aus: Was kann ich wissen? - Was soll ich tun? - Was darf ich hoffen? - Was ist der Mensch? Die erste Frage beantwortet die Metaphysik, die zweite die Moral, die dritte die Religion, und die vierte die Anthropologie (Log. S. 25). Durch die Philosophie erhalten erst die Wissenschaften Ordnung und Zusammenhang (l. c. S. 28). - Nach LICHTENBERG besteht unsere ganze Philosophie darin, uns dessen deutlich bewut zu werden, was wir schon mechanisch sind (Bemerk. S. 113). Nach REINHOLD ist die Philosophie die Wissenschaft des bestimmten, von der Erfahrung unabhngigen Zusammenhanges der Dinge (b. d. Begr. d. Gesch. d. Philos., Flleb. Beitr. I, 1791, S. 13), nach FLLEBORN Wissenschaft der notwendigen Grnde und der notwendigen Art und Weise der Verbindung der Dinge (Beitr. II, 1792, S. 125). Nach JACOB ist sie Vernunftwissenschaft aus Begriffen (Log. 10, S. 6). Nach FRIES ist sie die Wissenschaft aus bloen Begriffen (Syst. d. Log. S. 326). Sie gliedert sich in formale und materiale Philosophie (Logik - Metaphysik, Syst. d. Log. S. 326). Nach MEINERS ist sie die Wissenschaft des Menschen (Gr. d. Seelenl., Vorr.). TENNEMANN erklrt: Die Philosophie als Wissenschaft gehet auf eine systematische Erkenntnis der letzten, d. i. ursprnglichen Bedingungen, Grnde und Gesetze aller Erkenntnis (Gr. d. Gesch. d. Philos. S. 28). KRUG definiert: Die Philosophie ist... die Wissenschaft von der ursprnglichen Gesetzmigkeit der gesamten Ttigkeit unseres Geistes - oder - von der Urform des Ich (Fundamentalphilos. S. 295). Das Philosophieren ist eine Art von Beschauung seiner selbst (l. c. S. 13). Friede in und mit sich selbst, Harmonie im Denken wie im Wollen, im Erkennen wie im Handeln, oder mit andern Worten: Bewutsein des Zusammenstimmens unserer gesamten Ttigkeit zur Erreichung unserer Bestimmung ist das letzte Ziel der Vernunft berhaupt, mithin auch der philosophierenden (l. c. S. 24). Die Philosophie eignet sich nur dasjenige zu, was sich als erkennbar durch Vernunft mittelst einer diskursiven Begriffsconstruction betrachten, mithin blo geistigerweise (intellectual) anschauen lt (Handb. d. Philos. I, 104 f.). Solange der Philosoph die theoretische und praktische Ttigkeit des Ich blo in ihrer ursprnglichen Bestimmtheit erforscht, heit die Philosophie rein. angewandt aber, sobald er jene Ttigkeit auch in ihrer erfahrungsmigen Bestimmtheit (unter empirischen Bedingungen und daraus hervorgehenden Modifikationen) erwgt (l. c. S. 112). Die Philosophie ist Urwissenschaft (l. c. S. 6. vgl. EBERHARD, Von d. Begriffe d. Philos. 1778. BARDILI, Philos. Elementarlehre, H. 1. F. KPPEN, b. d. Zweck d. Philos. 1807). Nach BOUTERWEK ist die Philosophie die Bestrebung des Denkens, durch apodiktische Trennung des Scheines von der Wahrheit das Rtsel des Daseins der Dinge und der Bestimmung des Menschen zu lsen (Lehrb. d. philos. Wissensch. I, 3).


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