Praktisch (von praxis, Handlung): auf das Tun, Handeln bezglich. zum Handeln gehrig, passend, tauglich. der Willensttigkeit in ihrer ueren Richtung, nicht dem Erkennen, Erkenntnisgebiet als solchem angehrend, nicht theoretisch (s. d.). Praktische Disziplinen (Wissenschaften) sind Wissenschaften, die zum Objekt in erster Linie Willenshandlungen haben (Medicin, Technik, Pdagogik). die praktische Philosophie bestimmt das Wesen des Praktischen im allgemeinen und in seinen Grundformen (Ethik, Rechts-, Social-, Geschichtsphilosophie). Praktische Vernunft ist die Vernunft (s. d.), soweit sie das (sittliche) Handeln normiert.
Die Unterscheidung theoretischer (s. d.) und praktischer Wissenschaft schon bei PLATO: taut toinyn sympasas epistmas diairei, tn men praktikn proseipn, tn de monon gnstikn (Polit. 258 E). ARISTOTELES unterscheidet die epistm praktik von der thertik und der Technik (s. d.) und Kunst, der poitik (Met. VI 1, 1025 b 18). Er spricht von z praktik (Eth. Nic. 98a 3) und von praktikoi (l. c. 95b 22. Met. II 1, 993b 23), auch von der praktischen Vernunft (s. d.) - WILHELM VON CONCHES bemerkt: A practica ascendendum est ad theoreticam (bei Stckl I, 217). Practicum ist nach THOMAS, quad ordinatur ad operationem (De trinit. 2, 1, 1 ad 4). - MICRAELIUS erklrt: Practica versatur circa ea, quae possunt sese aliter atque aliter habere: et ob id in illa requiritur electio cum recta ratione (Lex. philos. p. 889 f.). - Nach KANT ist praktisch alles, was mit der freien Willkr zusammenhngt (Kr. d. prakt. Vern. S. 608. vgl. De mundi sens. sct. II, 9). Praktisch-mglich ist alles, was als durch einen Willen mglich... vorgestellt wird. Praktisch- notwendig ist alles, was als durch einen Willen notwendig vorgestellt wird. Ist der die Kausalitt bestimmende Begriff ein Naturbegriff, so sind die Prinzipien technisch- praktisch. ist er aber ein Freiheitsbegriff, so sind diese moralisch-praktisch (Krit. d. Urt., Einl.). Vgl. Praktische Philosophie, Theoretisch