Potenzen

Potenzen nennt SCHELLING die bestimmten Verhltnisse des Objektiven und Subjektiven, Realen und Idealen, in welchen das Absolute (s. Gott) in der Natur und im Geiste auftritt. Jede bestimmte Potenz bezeichnet eine bestimmte quantitative Differenz der Subjektivitt und Objektivitt (WW. I 4, 134). Die absolute Identitt ist nur unter der Form aller Potenzen (l. c. S. 135. vgl. WW. I 6, 210 ff.). Deswegen, weil Natur und ideelle Welt jede in sich einen Punkt der Absolutheit hat, wo die beiden Entgegengesetzten zusammenflieen, mu auch jede in sich wieder, wenn nmlich jede als die besondere Einheit unterschieden werden soll, die drei Einheiten unterscheidbar enthalten, die wir in dieser Unterscheidbarkeit und Unterordnung unter eine Einheit Potenzen nennen, so da dieser allgemeine Typus der Erscheinung sich notwendig auch im besondern und als derselbe und gleiche in der realen und idealen Welt wiederholt (Id. zur Philos. d. Nat. S. 78). Erste (Natur)-Potenz (A) ist die Schwere (Materie), zweite das Licht (A2), dritte der Organismus (A3). - Spter setzt Schelling in Gott eine unmittelbare Potenz des unbegrenzten Seins, das durch den gttlichen Willen Gesetzte und zu Realisierende (WW. I 10, 277 ff.). Gott ist wesentlich, seiner Natur nach, der das Unbegrenzte sein Knnende (l. c. S. 279. vgl. S. 286). ESCHENMAYER erklrt: Die drei Potenzen der geistigen Seite sind: Denken, Fhlen und Wollen, fr die Lebensseite: Reproduktion, Irritabilitt und Sensibilitt, fr die Naturseite: Schwere, Wrme und Licht (Gr. d. Naturphilos. S. 5). Nach HEGEL ist eine Stufe des Naturprocesses die Macht der andern, und das ist gegenseitig. hierin liegt der wahre Sinn der Potenzen (Naturphilos. S. 43). - Nach G. SPICKER ist die Potenz in Gott gleichsam latente, ungeuerte Kraft, wie sie vorausgesetzt werden mu, ehe sie creativ wurde (Vers. eines neuen Gottesbegr. S. 162).


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