Ideen, materielle (ideae materiales) oder Ideenbilder: (frher angenommene) Bilder der Objekte im Gehirn als Dispositionen zu Vorstellungen. - Figrlich spricht ARISTOTELES von Bildern (zgraphmata, typoi), die der Seele gleichsam eingedrckt werden (De memor. 1). - DESCARTES nennt ideae rerum materialium die Gehirneindrcke, die durch Bewegungen im Krper bewirkt werden und denen die Seele beim Vorstellen zugewendet ist (ad quam speciem corpoream mens se applicet, sed non quae in mente recipiatur, De hom. p. 132; Princ. philos. IV, 196 f.). Durch MALEBRANCHE wird diese Lehre weiter verbreitet. Abbildungen der materiellen Ideen bei TH. VON CRAANEN (Tract. de hom. 1689, C. 93 f.). Von materiellen Ideen spricht CHR. WOLF (Psychol. rational. 118, 374). BAUMGARTEN versteht darunter motus cerebri, coxistentes animae repraesentationibus successivis (Met. 560). hnlich BONNET (Ess. analyt. 55), TETENS (Philos. Vers. I, Vorr. S. VII), FEDER (Log. u. Met. S. 34). PLATNER spricht von Ideenbildern, auch von Spuren, Eindrcken im Gehirn (N. Anthropol. 334 ff.). Das Ideenbild ist nichts Materielles, sondern der Gegenstand der Idee (Philos. Aphor. I, 288). Ideenbilder knnen nicht in der Seele, aber im Gehirn aufbewahrt werden (l.c. I, 290). In der Seele bleiben als Spuren der Ideen innere Vernderungen (l.c. I, 292). Die Ideenbilder sind Bewegfertigkeiten der Gehirnfibern (l.c. I, 296), innere Eindrcke im Gehirn (l.c. I, 299). Die Ideenbilder sind in bestndiger (schwacher) Ttigkeit (l.c. I, 302). Durch die Aufmerksamkeit wird jede zu dem Ideenbilde erforderliche Bewegung belebt und untersttzt (l.c. I, 314 ff.). Die Ideenbilder werden wieder erweckt, heit nichts anderes, als jene Bewegungen der Gehirnfibern erlangen den zur bewutmigen Vorstellung erforderlichen Grad der Strke (l.c. I, 335 ff.). G. E. SCHULZE bemerkt: Wenn unter dem sogenannten materiellen Ideen nichts weiter verstanden wird, als eine durch die organische Lebensttigkeit des Gehirns besonders bestimmte Bewegung in gewissen Teilen desselben, welche zum Entstehen einer Empfindung und Vorstellung ntig sein soll, so kann deren Annahme vollkommen gerechtfertigt werden (Anthropol. S. 53).