Achtes Kapitel.
[Zusammenfassung zur Tugend]


Wir haben also bisher von den Tugenden im allgemeinen gehandelt und sie sowohl der Gattung nach im Umri dahin bestimmt, dass sie eine Mitte und ein Habitus sind, wie auch angegeben, wodurch sie entstehen, und erklrt, dass sie in eben diesem sich auch wieder bettigen. Desgleichen haben wir ausgefhrt, dass sie in unserer Gewalt, freiwillig und so beschaffen sind, wie es die rechte Vernunft vorschreibt; dass aber die Handlungen in hherem Grade freiwillig sind als der Habitus, indem wir ber die Handlungen, die Kenntnis der Umstnde vorausgesetzt, von Anfang bis zu Ende Herr sind; (1115a) bei einem Habitus aber sind wir es nur ber den Anfang, seine Zunahme jedoch durch die einzelnen Akte bleibt uns unbemerkt, wie es bei Krankheiten geschieht. Weil es aber bei uns stand, so zu handeln oder nicht so, darum ist der Habitus freiwillig.


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