Unendlich - Locke, Toland, Berkeley

Nach LOCKE werden die Prdikate endlich und unendlich zunchst nur den Dingen beigelegt, welche aus Teilen bestehen und welche der Verminderung oder Vergrerung fhig sind (Ess. II, ch. 17, 1). Da die empirischen Objekte endlich, begrenzt sind, so fragt es sich, wie wir zur Idee des Unendlichen kommen (l. c. 2). Sie beruht auf der Konstanz unseres hinzuzhlenden Vermgens. Wir haben bei unserem Vervielfachen von Gren nirgends einen Grund, damit anzuhalten. Indem so die Kraft, den Raum in Gedanken noch grer zu machen, immer bleibt, bildet sich daraus die Idee des unendlichen Raumes (l. c. 3). Nichts hlt uns ab, den Raum in Gedanken immer weiter auszudehnen (l. c. 4). So hat auch die Idee der Dauer keine Grenzen (l. c. 5), wir knnen Vorstellungen ohne Grenze aneinander fgen (l. c. 6). Aber das Unendliche ist nichts Abgeschlossenes, keine positive Vorstellung, sondern besteht im Fortgange des Denkens. Wenngleich die Idee der Unendlichkeit aus dem Begriff der Gre und aus der endlosen Vermehrung entspringt, welche die Seele mit der Gre vornehmen kann, indem sie sie so oft wiederholt, als es ihr beliebt, s wrde es doch in unserem Denken groe Verwirrung anrichten, wenn man die Unendlichkeit mit irgend einer von der Seele vorgestellten Gre verbinden wollte... Denn unsere Idee der Unendlichkeit ist eine endlos wachsende Vorstellung. wenn man daher ist einer Gre, welche die Seele sich zu einer Zeit bestimmt vorstellt (die, mag sie so gro sein, als sie will, nicht grer werden kann als sie ist), die Unendlichkeit hinzufgt, so ist dies so, als wenn man einer zunehmenden Masse ein Ma anfgen wollte. Es ist deshalb keine nutzlose Spitzfindigkeit, wenn ich verlange, da man genau zwischen der Unendlichkeit des Raumes und einem unendlichen Raume unterscheide. erstere ist nur ein angenommener endloser Fortgang der Seele ber irgend welche wiederholten Vorstellungen vom Raum. sollte aber die Seele wirklich die Vorstellung des unendlichen Raumes haben, so mte sie wirklich schon alle jene wiederholten Vorstellungen des Raumes durchgegangen sein und bersehen, obgleich bei einer endlosen Wiederholung diese sich ihr niemals bieten kann, da dies einen klaren Widerspruch enthlt (l. c. 7). Sobald man die Vorstellung von einer auch noch so groen Ausdehnung oder Dauer bildet, so wird offenbar die Seele damit fertig und komm zum Abschlu. allein dies widerspricht der Idee des Unendlichen, in welcher das Denken kein Ende finden kann (ib.). Die klarste Idee der Unendlichkeit gewhrt die Zahl (l. c. 9). Die Ewigkeit (s. d.) erscheint nach allen Seiten als unendlich, weil man das unendliche Ende der Zahl, d.h. das Vermgen, ohne Ende zu vermehren, dabei nach beiden Richtungen wendet (l. c. 10). hnliches gilt vom Raum: Man betrachtet sich selbst als im Mittelpunkte befindlich und verfolgt nach allen Richtungen die endlosen Zahlenreihen (l. c. 11 ff.. gl. 22). Nach J. TOLAND ist das All an Ausdehnung und Kraft unendlich (Pantheistic. p. 6 ff.). COLLIER findet im Begriffe des Unendlichen Widersprche (Clav. univ. II, 3. vgl. II, 4. vgl. BAYLE, Dict., Art. Znon). Gegen das Unendlichkleine ist BERKELEY (The Analyst, Works 1871, III, 259 ff.).


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