Absolut

Absolut (absolutus): losgelst von jeder Bestimmtheit, jeder Verbindung, jeder Abhngigkeit; in und durch sich bestehend, uneingeschrnkt, beziehungsund bedingungslos, unbedingt, in jeder Beziehung. Gegensatz: relativ (s. d.). Absolut entspricht dem kath' hauto (an sich) bei PLATO, ARISTOTELES, PLOTIN. Bei den Scholastikern bedeutet absolutum das purum, sine ulla conditione, non dependens ab alio (GOCLEN, Lex. phil. p. 9). Gott wird das absolutum genannt von NICOLAUS CUSANUS (Doct. ignor. II, 9). Bei SPINOZA u. a. finden wir den Gegensatz von absolute und respektive (Cog. met. I, 6, P. 60). COLLIER gebraucht das Wort im Sinne von independent (Clav. univ. p. 2). Nach TETENS ist absolut, das auf nichts anderes sich Beziehende, das Unbezogene (Phil. Vers. I. 145). Zur Zeit Kants bedeutet absolut da etwas von einer Sache an sich selbst betrachtet und also innerlich gelte oder da etwas in aller Beziehung (uneingeschrnkt) gltig ist (Kr. d. r. V. S. 281). Bei J. G. FICHTE heit absolut so viel wie gnzlich unbeschrnkt, schlechthin (Gr. d. g. Wiss. S. 97). Er spricht von einem absoluten Ich (s. d.). Von SCHELLING an wird das Absolute fr den Urgrund der Dinge, die Gottheit, hufig gebraucht. SCHOPENHAUER eifert gegen diesen Gebrauch, das Wort bezeichne nichts als das An-nichts-geknpft-sein (Neue Paral. 96). Als absolut wird Gott brigens schon von THOMAS (Absolutum, secundum quod in se est Sum. th. I, qu. 85, 3), ferner auch von LEIBNIZ (Erde. p. 138 ff.) bezeichnet. CHR. WOLF definiert das Absolute als dasjenige Ding, welches den Grund seiner Wirklichkeit in sich hat und also dergestalt ist, da es unmglich nicht sein kann, d.h. ein selbstndiges Wesen, das von allen Dingen unabhngig ist (Vern. Ged. I, 929, 938). Vgl. Gott.


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