Agnostizismus: Ansicht, da es von dem an sich Seienden, von den Dingen an sich, den transzendenten Factoren, vom Absoluten kein Wissen gebe und geben knne - die Kehrseite zum Positivismus, Relativismus, Subjektivismus. Das Ignorabimus DU BOIS-REYMONDs (b. d. Grenzen d. Naturerk. 7, S. 40 ff.) kennzeichnet diesen Standpunkt. Das Wort Agnostiker (Agnoten) kommt, als Bezeichnung fr die Monophysiten, schon in der Kirchengeschichte vor. HUXLEY setzt das Wort Agnostiker dem Terminus Gnostiker entgegen. Der Agnostizismus ist in Wirklichkeit kein Glaubensbekenntnis, sondern eine Methode, deren Kern in der strengen Anwendung eines einzigen Grundsatzes liegt.... Positiv lt sich der Grundsatz so ausdrcken: in Verstandesdingen folge deiner Vernunft, soweit sie dich eben trgt, ohne einer andern Erwgung ein Ohr zu leihen. Und negativ: in Verstandesdingen gib Folgerungen, die weder nachgewiesen noch nachweisbar sind, nicht fr sicher aus (Sociale Essays XXXV). Agnostiker nennen sich auch CH. DARWIN und CARNERI (Empf. u. Bew. S. 28). H. SPENCER, nach welchem das Absolute unerkennbar ist, lehrt einen agnostischen Monismus (PAULSEN, Einl. in d. Phil.). Metaphysisch sind Agnostiker auch die Kantianer (z.B. F. A. LANGE) und Positivisten (s. d.), auch R. WAHLE.