Anerkennen = Beifall erteilen, fr wahr halten, als wahr annehmen. Das liegt in der Synkatathesis (s. d.) der Stoiker, im actus iudicativus des WILHELM VON OCCAM, quo intellectus non tantum apprehendit obiectum, sed etiam illi assentit vel dissentit... quod verum existimamus (Prantl, Gesch. d. L. III, 333), im Glauben (belief, s. d.) des J. ST, MIIL, endlich in der Funktion des Urteils (s. d.), wie es BRENTANO auffat. - PLATNER nennt die Anerkenntnis der Idee nach Merkmalen der Gattung und Art in dem Gedchtnis einen notwendigen Faktor des Bewutseins (Ph. Aph. I, 44). Das Anerkennen erfolgt durch Vergleichen der vorschwebenden Idee mit anderen im Gedchtnis durch sie erweckten (l.c. 71), ist also ein Erkennen. - Nach HEGEL ist der Proze des Anerkennens der Trieb, sich als freies Selbst zu zeigen und fr den andern als solches dazusein (Encykl. 430). Hier ist von Anerkennen im praktisch-sozialen Sinne die Rede.