Anmut ist Schnheit in der Bewegung, beruht in der Leichtigkeit und Harmonie dieser. - Die literarische Richtung der Schweizer im 18. Jahrh. bestimmte Anmut als undeutliche Vorstellung einer Schnheit des Kleinen (DESSOIR, G. d. n. Psych. I2, S. 596). SCHILLER definiert: Anmut ist eine Schnheit, die nicht von der Natur gegeben, sondern von dem Subjekte selbst hervorgebracht wird (b. An. u. W.; Phil. Schr., hrsg. von Khnemann, S. 99). Anmut ist die Schnheit der Gestalt unter dem Einflu der Freiheit. Sie kann nur der Bewegung zukommen, wiewohl auch feste und ruhige Zge, als Spuren frherer Bewegungen, Anmut zeigen knnen (gegen HOME, Grds. d. Krit. II, 39; l.c. S. 109). Anmut ist eine bewegliche Schnheit; eine Schnheit nmlich, die an ihrem Subjekte zufllig entstehen und ebenso aufhren kann (l.c. S. 96). Sie ist Ausdruck der schnen Seele (l.c. S. 134), liegt in der Freiheit der willkrlichen Bewegungen, whrend die, Wrde in der Beherrschung der unwillkrlichen beruht (l.c. S. 144). Nach VISCHER ist anmutig eine Erscheinung, die ohne weiteres, ohne Strung schn ist (D. Sch. u. d. Kunst, S. 192). SIMMEL bestimmt Anmut als flieende Schnheit (E. in d. Mor. I, 228).

Vergleiche ferner:
- Anmut (Sulzer, Allg. Th. d. Schnen Knste)