Empfindlichkeit

Empfindlichkeit (Sensibilitt, s. d.): 1) im lteren, weiteren Sinne = eine Gemtsdisposition zur leichten, schnellen Erregbarkeit, zum rger, Zorn u. dgl. So ist nach CHR. WOLF Empfindlichkeit eine Neigung zu schnellem Zorne (Vern. Ged. I, 487); 2) im neuen, engeren Sinne = die Feinheit des Empfindens, im Verhltnis zur Strke des Reizes oder Reizunterschiedes. Die Empfindlichkeit (E.) verhlt sich umgekehrt wie die Reizgre: je strker der Reiz ist. der zur Auslsung einer Empfindung ntig ist, desto geringer die Empfindlichkeit, resp. die Unterschiedsempfindlichkeit (U. E.). Die Empfindlichkeit wird gemessen durch den reciproken Wert der zu einer bestimmten Empfindung (bezw. Empfindungsnderung) ntigen nderung der Reizintensitt (vgl. WUNDT, Grdz. d. phys. Psychol. I3, 341 ff.). Nach KLPE ist Empfindlichkeit die Fhigkeit, Empfindungen berhaupt zu erleben und mitzuteilen (Gr. d. Psychol. S. 35). Sinnesempfindlichkeit ist die Empfindung in Bezug auf ein ganzes Sinnesgebiet, Sensibilitt die Empfindung in Bezug auf die einzelnen Empfindungen (ib.). Es gibt eine unmittelbare und eine mittelbare Empfindlichkeit (und U. E. l.c. S. 36). Von Einflu auf die E. und U. E. ist die Aufmerksamkeit, mit deren Gre jene wachsen (l.c. S. 39 f.), die Erwartung und Gewhnung (l.c. S. 41 ff.). Zur Messung der E. und U. E. dienen die psychophysischen Mamethoden (s. d.), die seit FECHNER bestehen und ausgebildet werden.


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