Bartholomeus de Bruyn

Bruyn, Bartholomeus de, ein vorzglicher Maler, der um 152460, in einer Periode, wo die deutsche Kunst bereits das traurige Bild manieristischen Verfalls und innerer Erschpfung darbot, zu Kln ttig war, sich aber in seinen besten Werken von dem Verderbnis seiner Zeit rein zu erhalten wusste. Seine frheren Bilder zeigen einen edlen ernsten Sinn, gute Anordnung und sehr schne Kpfe; die Behandlung erinnert an die Eycksche Schule, der Stil verschmilzt auf eine glckliche Weise heimische und italienische Elemente und die Ausfhrung ist ungemein zart und fleiig. Spter unterlag er mehr dem italienischen Einfluss, wodurch das Individuelle und Charakteristische immer mehr verbannt wurde, und in seinen Gemlden ein Idealismus einri, der sich in hohlen konventionellen Formen ohne Leben und Geist gefiel. Ausgezeichnet dagegen war und blieb er im Portrtfach, in welchem, er in der Virtuositt geistreicher und naturwahrer Darstellung mit H. Holbein, dem Jngern, wetteifert, weshalb seine Bildnisse auch oft mit denen des Letzteren verwechselt werden, obgleich beide in der technischen Behandlungsweise sehr verschieden sind. Bruyn muss in Kln als ein hochberhmter Meister, als der erste in weiten Umkreisen bekannt gewesen sein. Dies beweisen nicht nur, dass das Kapitel des reichen Stiftes zu Xanten im Jahr 1529 den ersamen Meister Bartholomeus Bruyn, Meelre Burger tot Clne" dazu erkor den Hochaltar seiner Kirche mit einem Prachtbilde zu schmcken, sondern dass er so viele Bildnisse geistlicher und weltlicher Wrdentrger, der Brgermeister, Patrizier, der angesehensten Stiftsherrn und Gelehrten der Stadt Kln gemalt hat. Wie Meister Wilhelm im 14., so war de Bruyn im 16. Jahrhundert der Vertreter der Klner-Schule und es werden ihm, wie jenem, eine Menge Bilder aus dem 16. Jahrhundert, welche den seinigen in Beziehung auf Auffassung und Stil hneln, zugeschrieben. Zu den vorzglichsten seiner in betrechtlicher Anzahl vorhandenen Bilder gehren: zu Kln, im stdtischen Museum: das Bildnis des Brgermeisters Arnold von Browiller, ein vorzgliches Portrt (1535); mehrere andere mnnliche und weibliche Portrts; vier Altarflgelbilder mit dem Bildnis eines im Gebet knieenden Priesters, hinter ihm der h. Stephan; Maria mit dem Kinde auf der Mondsichel schwebend, von groartiger Michelangeloscher Auffassung, und die h. h. Vitalis und Lucas; die Geburt des Heilands und auf den Flgelbildern die Bildnisse des Brgermeisters Arnold von Browiller und seiner Gemahlin, kniend vor zwei Schutzheiligen; die Kreuzigung des Heilandes und verschiedene andere Bilder; mehrere treffliche Gemlde im Dom und in ndern dortigen Kirchen, sowie in einigen Privatsammlungen der Stadt, so z.B. die Allegorie auf die drei Stnde der menschlichen Gesellschaft bei Hrn. Haan daselbst. Im Museum zu Berlin sieht man von ihm: den toten Christus auf dem Schosse der Maria, rechts Johannes, links Magdalena; eine Maria mit dem Kinde; den unglubigen Thomas und ein vorzgliches Portrt des Brgermeisters Joh. v. Ryht von Kln; in der Pinakothek zu Mnchen: einige Heiligenbilder mit Donatoren und eine Kreuzabnahme. Sein Hauptwerk aber sind die (1536 vollendeten) Gemlde ber dem Hochaltar der Stiftskirche von Xanten, die Doppelflgel eines Reliquienschreins, auf beiden Seiten bemalt, auf denen zu uerst die lebensgroen Gestalten verschiedener Heiliger, sodann Begebenheiten aus dem Leben der Kaiserin Helena und das Martyrium der thebaischen Legion, innerhalb mehrere Szenen aus dem Leiden Christi dargestellt sind. Endlich verwahrt die Gemldesammlung zu Althorp: einen h. Hieronymus auf den Totenkopf deutend, eine Wiederholung des nmlichen Gegenstandes in der Mnchener Pinakothek.

 

Literatur. J. J. Merlo, Kunst und Knstler in Kln.


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