Ausland

Die USA haben Syrien von ihrer Liste der staatlichen Terrorunterstützer gestrichen. Das geht aus einer heutigen Mitteilung des US-Finanzministeriums hervor. Die Regierung in Washington hatte den Schritt angekündigt, vorbehaltlich einer Überprüfung durch den Kongress.

„Die heutige Maßnahme wird dazu beitragen, zusätzliche Investitionen in Syrien zu fördern, um die politische und wirtschaftliche Stabilität zu unterstützen“, sagte Finanzminister Scott Bessent. US-Präsident Donald Trump hatte die meisten Sanktionen gegen Syrien bereits im Juni 2025 aufgehoben. Washington reagierte damit auf den Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024.

Mit dem neuen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa unterhält Trump trotz Kritik aus Israel enge Beziehungen. Zuletzt hatten sich die beiden Politiker im Juli am Rande des NATO-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara getroffen. Danach kündigte Washington die Streichung Syriens von der Liste der Terrorunterstützer an. Scharaa war früher Kämpfer der islamistischen HTS-Miliz, unter deren Führung Assad gestürzt wurde.

In einem viel beachteten Korruptionsverfahren in der Türkei sind sechs ehemalige Bürgermeister der Opposition zu teils langen Haftstrafen verurteilt worden.

Der ehemalige Bürgermeister des Bezirks Besiktas, Riza Akpolat, erhielt etwa eine Gesamtfreiheitsstrafe von 23 Jahren und drei Monaten, wie die Nachrichtenagenturen Anadolu und DHA heute berichteten. Das Gericht in Istanbul habe ihn wegen Bestechung, Geldwäsche und Manipulation von Ausschreibungen verurteilt.

Weitere Urteile

Fünf weitere ehemalige Bürgermeister wurden DHA zufolge zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, ein weiterer wurde freigesprochen. Die Bürgermeister waren im Zuge der Ermittlungen abgesetzt worden.

Der Prozess wurde in der Türkei auch vor dem Hintergrund einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Bürgermeister und der Festnahme des ehemaligen Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu aufmerksam verfolgt.

Imamoglu, der profilierteste Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdogan, war im März 2025 verhaftet worden. Er muss sich in einem anderen Prozess unter anderem wegen Korruption und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten.

Der Iran hat nach den Worten von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu versucht, einen seiner beiden Söhne zu töten. „Etwas Unglaubliches ist geschehen: Der Iran hat einen meiner Söhne ins Visier genommen“, sagte Netanjahu heute in einem Telefoninterview mit dem israelischen Sender Channel 14. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Im US-Bundesstaat Alaska nimmt ein Streit über zwei gleichnamige republikanische Kandidaten für die Senatswahl im November bizarre Züge an. Nachdem ein pensionierter Lehrer namens Dan J. Sullivan den Amtsinhaber Dan S. Sullivan herausgefordert hatte, mischte sich nunmehr der ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt Anchorage, Dan A. Sullivan, ein.

Als der mit seinen Worten „Original-Sullivan“ fordere er die Menschen in Alaska „nachdrücklich auf, Senator Dan S. Sullivan zu wählen“, schrieb er auf Facebook.

Die Republikaner hatten versucht, den Ex-Lehrer Dan J. Sullivan aus dem Rennen zu drängen, mit der Begründung, er sei nur angetreten, um Wählerinnen und Wähler zugunsten der Demokraten zu verwirren. Dieser zeigte sich jedoch hartnäckig, der Oberste Gerichtshof in Alaska bestätigte ihm im Juli, dass er weiter kandidieren könne.

Der republikanische Ex-Bürgermeister Dan A. Sullivan schrieb nun, Senator Dan S. Sullivan, der auch die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump genießt, sei „großartig für Alaska“ gewesen.

Im festgefahrenen Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada lässt US-Präsident Donald Trump die Situation eskalieren. Ab 1. Jänner 2027 will er die Importabgaben für Autos, große und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl auf 50 Prozent erhöhen, wie er heute auf seiner Plattform Truth Social mitteilte.

Wie in der Vergangenheit könnten Unternehmen die Zölle umgehen, indem sie in den USA produzierten, hieß es weiter.

Derzeit fordern die USA nach kanadischen Angaben auf Basis von Abschnitt 232 des Trade Expansion Acts aus dem Jahr 1962 Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos, Lastwagen und entsprechende Teile. Zudem erheben sie bei Stahl, Aluminium und Kupfer Importabgaben von zehn bis 50 Prozent.

Verhandlungen geplatzt

Zuvor hatten Verhandler der beiden Nachbarstaaten bis in die Nacht auf Samstag über eine Vereinbarung beraten, um die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle abzuwenden.

Nach den geplatzten Verhandlungen traten noch in der Nacht Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Güter in Kraft. Betroffen sind kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar (rund 17 Mrd. Euro) – etwa fünf Prozent der Einfuhren insgesamt –, darunter Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.

Inland

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) wollen die berufliche Ausbildung in Österreich modernisieren und finanziell stärken. Für das Programm „Lehre mit Matura“ werden dafür zusätzlich zehn Mio. Euro zur Verfügung gestellt, wie sie heute in Linz ankündigten. Im Zentrum der Reformbestrebungen steht das Lehrberufspaket 1/2026, mit dem insgesamt 14 Lehrberufe auf den neuesten Stand gebracht wurden.

Dazu zählt auch der Beruf Konditorei/Zuckerbäckerei, für den ab 1. Jänner 2027 neue Prüfungsregeln gelten. Die Ausbildung soll damit praxisnäher werden und neben handwerklichen Fähigkeiten auch Kundenorientierung und Präsentationskompetenz bewerten. „Die Lehre ist kein Plan B, sondern ein Karriereweg mit Zukunft“, sagte Hattmannsdorfer, der heute die Linzer Konditorei Jindrak besuchte.

Kostenlose Lehrgänge

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die finanzielle Aufwertung der „Lehre mit Matura“. Die zusätzliche Förderung von 10 Mio. Euro soll die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung in kostenlosen Lehrgängen absichern, wobei insbesondere Kompetenzen in Deutsch und Mathematik im Fokus stehen. Insgesamt stehen für die Erwachsenenbildung damit 51 Mio. Euro bereit.

Bildungschancen dürften nicht von der Herkunft oder vom gewählten Ausbildungsweg abhängen, sagte Holzleitner. „Wer sich für eine Lehre entscheidet, soll gleichzeitig alle Möglichkeiten für weitere Bildung offen haben. Unser Ziel ist ein Bildungssystem ohne Sackgassen, das Aufstieg und Weiterentwicklung in jeder Lebensphase ermöglicht.“

Die Bemühungen der Politik stehen vor dem Hintergrund rückläufiger Lehrlingszahlen und einer anstehenden Pensionierungswelle. Ende 2025 befanden sich bundesweit 102.878 Lehrlinge in Ausbildung, das war ein Rückgang um 3,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. In der Konditorbranche sank die Anzahl der Lehrlinge von 963 im Jahr 2024 auf 917 im Jahr 2025.

Wenig mediales Augenmerk wurde bisher auf die Rolle von Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger am Angriff auf BUWOG-Richterin Marion Hohenecker gelegt. Diese sollte mit gefälschten Unterlagen desavouiert werden, um im Idealfall eine Aufhebung des rechtskräftigen Urteils gegen Karl-Heinz Grasser und Co. zu erreichen.

Zu der Zeit, als Meischberger vorgeblich zu krank für den Antritt einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe war, war er am Vorgehen gegen Hohenecker beteiligt.

Grasser und Meischberger verurteilt

Neben Ex-Finanzminister Grasser wurde auch dessen Trauzeuge Meischberger in der BUWOG-Causa rechtskräftig schwerster Straftaten für schuldig befunden. Im März 2025 bestätigte der Oberste Gerichtshof (OGH) den erstinstanzlichen Schuldspruch des Wiener Landesgerichts, die über den gelernten Tiroler Heizungstechniker und späteren FPÖ-Generalsekretär verhängte Freiheitsstrafe wurde von sieben auf dreieinhalb Jahre gesenkt.

Im Unterschied zu Grasser, der seine vierjährige Haftstrafe am 2. Juni 2025 antrat, rückte Meischberger aber nicht in die Justizanstalt (JA) Korneuburg ein. Er machte Vollzugsuntauglichkeit aus gesundheitlichen Gründen geltend.

Während Einspruch bei Böhmdorfer als „Hilfsperson“ tätig

Der zuständige Richter am Landesgericht ließ das von einem medizinischen Sachverständigen überprüfen. Dieser kam zu dem Schluss, dass Meischberger nicht krank genug für einen Haftaufschub sei. Der Antrag auf Haftverschonung wurde daher abgewiesen. Dagegen legte Meischberger Rechtsmittel beim Oberlandesgericht (OLG) Wien ein.

Just während sich das OLG mit Meischbergers Vorbringen befasste, seine angeschlagene Gesundheit lasse es nicht zu, ins Gefängnis zu gehen, beteiligte sich Meischberger als „Hilfskraft“ für Grasser-Anwalt Dieter Böhmdorfer am Vorgehen gegen BUWOG-Richter Hohenecker. Das räumte Böhmdorfer selbst in einem mit 3. Juni 2026 datierten Schreiben an die Staatsanwaltschaft Wien ein, das der APA vorliegt.

Beschuldigter spricht von mehreren Treffen

Was Meischberger konkret tat, ergibt sich aus Angaben des mutmaßlichen Urkundenfälschers, der den Grasser-Anwälten vorgebliche Hohenecker-Mails vorgelegt hatte, die sich als gefälscht herausstellten.

Gegenüber dem Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) erklärte der 60-Jährige, er habe Meischberger bei einem Treffen in der Kanzlei von Grasser-Anwalt Norbert Wess kennengelernt und sich in der Folge stundenlang bei mehreren Treffen mit ihm unterhalten. Gegen den Mann ist mittlerweile ein Ermittlungsverfahren wegen Verleumdung, Urkundenfälschung und schweren gewerbsmäßigen Betrugs anhängig.

Ob die heimische Spritpreisbremse über den August hinaus verlängert wird, scheint derzeit fraglich. Eine Steuersenkung allein ohne eine Begrenzung der Gewinnmargen der Mineralölkonzerne bringe kaum noch eine spürbare Entlastung, äußerte sich Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) heute im Ö1-Morgenjournal skeptisch.

Die Maßnahme habe zuletzt an den Zapfsäulen nur noch ein bis zwei Cent pro Liter gebracht (im August betrug die Entlastung durch die reduzierte Mineralölsteuer 1,9 Cent, Anm.). Wesentlich mehr verspricht sich der Finanzminister von einem koordinierten Vorgehen gegen die krisenbedingten Gewinne der Ölkonzerne.

In einem gemeinsamen Brief vom 21. August 2026 an den irischen Finanzminister Simon Harris – dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat – fordern Marterbauer und fünf Amtskollegen die rasche Diskussion eines EU-weiten Rahmens zur Besteuerung von „Windfall Profits“.

„Staatliche Eingriffe dürfen nicht Dauerzustand werden“

Wirtschaftsministier Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) ist hingegen gegen längerfristige Preiseingriffe. „Die Spritpreisbremse war eine gezielte, befristete und verantwortungsvolle Maßnahme, um Autofahrerinnen und Autofahrer in einer außergewöhnlichen Situation zu entlasten.“ Allerdings dürften staatliche Eingriffe in den Markt niemals zum Dauerzustand werden.

„Gerade kleine und unabhängige Tankstellen sichern Wettbewerb und damit faire Preise – werden sie dauerhaft unter Druck gesetzt, gefährdet das am Ende auch die Versorgungssicherheit. Deshalb sind wir wie geplant geordnet aus dem Margeneingriff ausgestiegen und setzen auf treffsichere Entlastung, die den Wettbewerb intakt lässt“, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium.

FPÖ kritisch, ÖAMTC offen

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz präsentierte in einer Aussendung seine Lösung zur Senkung der Spritpreise: „Die einzigen Schrauben, an denen man wirklich drehen muss, sind die Halbierung der Mineralölsteuer und die ersatzlose Abschaffung der unsozialen CO2-Strafsteuer.“

Der ÖAMTC kann hingegen dem Vorschlag Marterbauers etwas abgewinnen: „Wenn Konzerne in Krisenzeiten außerordentliche Gewinne erzielen, ist es nur fair, jene Menschen zu entlasten, die tagtäglich auf das Auto angewiesen sind“, kommentierte Martin Grasslober, Verkehrswirtschaftsexperte des ÖAMTC, die Pläne. „Eine europäische Übergewinnsteuer würde genau dort ansetzen – und nicht bei kleinen Tankstellen.“

Ukraine-Krieg

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben einen Tanker mit Treib- und Schmierstoffen für ukrainische Truppen in der Nähe von Odessa getroffen. Das Schiff habe sich im Hafen von Piwdennyj befunden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau heute mit.

Zudem seien Anlagen der Hafeninfrastruktur getroffen worden, die zum Entladen und Lagern von militärischen Gütern genutzt würden. Eine Stellungnahme der Ukraine dazu lag unterdessen nicht vor.

Russland greift oft Hafeninfrastruktur in Odessa und Umgebung an, was den für Öl- und Getreideexporte wichtigen Schiffsverkehr im Schwarzen Meer beeinträchtigt.

Krieg in Nahost

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen saudischen Öltanker im Roten Meer mit einer Rakete beschossen. „Der Angriff war präzise und direkt und führte dazu, dass an Bord des Schiffes ein Feuer ausbrach und mehrere andere Schiffe, die sich in der Zielregion aufhielten, flohen“, teilten die Huthis heute mit. Zuvor hatte die britische Seefahrtbehörde UKMTO einen Angriff gemeldet.

Den Angaben der Huthis zufolge fand der Angriff im Rahmen der von der Miliz verhängten Blockade saudischer Schiffe vor dem strategisch wichtigen Hafen von Janbu statt.

Janbu wurde seit der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran zum wichtigsten Exporthafen für saudisches Öl.

Die Spannungen zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien hatten zuletzt deutlich zugenommen. Im Juli hatte die Miliz eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und Angriffe auf Öltanker im Roten Meer verübt.

ZIB2-Hinweis

Andreas Babler ist der dritte Gast der ORF-„Sommergespräche“. Der SPÖ-Chef und Vizekanzler steht unter Druck: schwache Umfragewerte, Querschüsse aus den eigenen Reihen und zähe Verhandlungen in der Koalition. Wie will Babler den Abwärtstrend der SPÖ stoppen? Live im Studio analysieren APA-Chefredakteurin Maria Scholl und Politikwissenschaftler Peter Filzmaier.

Druckwelle

Die USA erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf den Iran: Finanzminister Scott Bessent hat die bisher härteste Sanktionsoffensive angekündigt. Treffen könnte sie vor allem auch China – den wichtigsten Abnehmer iranischen Erdöls.

Gefahrenquelle

Seit Wochen rätselt Linz über einen Legionellenausbruch mit drei Toten und bisher 28 Infektionen. Die genaue Quelle ist weiter unklar. Legionellen können aber auch zu Hause lauern – etwa in Duschen oder Leitungen, in denen warmes Wasser länger steht.

ZIB2 mit Marie-Claire Zimmermann, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Umwelt & Klima

Ein sich schnell ausbreitender Waldbrand nahe der Großstadt Reno hat rund 42.000 Menschen im westlichen US-Bundesstaat Nevada zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Weitere 45.000 Menschen seien aufgerufen worden, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten, sagte Renos Bürgermeisterin Hillary Schieve gestern (Ortszeit) dem Sender CNN.

Das Feuer war am Vortag ausgebrochen und breitete sich mittlerweile auf ein Gebiet von gut 6.000 Hektar aus. Es rückte auf etwa acht Kilometer an Reno heran. In der Region leben mehr als 280.000 Menschen. Laut Medienberichten wurden bisher sechs Menschen verletzt, darunter drei Feuerwehrleute. Mehrere Häuser seien niedergebrannt.

Ein Satellitenbild von Waldbränden bei Reno, Nevada
Reuters/Planet Labs PBC

Brandursache von Menschen ausgelöst

Das Feuer sei „menschlichen Ursprungs“, erklärte Feuerwehrsprecher Shane Akerson. Derzeit laufe eine Untersuchung, um zu klären, wie es ausgelöst wurde. Rund 800 Feuerwehrleute waren an dem Löscheinsatz beteiligt, darunter auch Einsatzkräfte aus Australien und Neuseeland.

Nevadas Gouverneur Joe Lombardo rief für den Bezirk Washoe, in dem Reno liegt, den Notstand aus. „Der Brand breitet sich schnell aus“ und bedrohe unter anderem Wohnhäuser, erklärte er. Bis auf eine Schule blieben heute alle Schulen in dem gesamten Bezirk geschlossen.

Chronik

Ein Tornado hat heute im Süden Frankreichs mehrere Häuser beschädigt und etliche Haushalte vom Strom abgeschnitten. Vor allem Dächer seien beschädigt worden, als das Unwetter am späten Nachmittag die Gemeinde Pomas am Ausläufer der Pyrenäen traf, hieß es aus dem Departement Aude.

2.800 Haushalte waren am Abend ohne Strom, mehrere Straßen wegen herabgestürzter Äste gesperrt. 100 Feuerwehrleute waren in der Gegend im Einsatz.

Das Departement richtete Notunterkünfte für die Betroffenen ein. Zu genauen Schäden und auch dazu, ob Menschen verletzt wurden, äußerte sich die Behörde bisher nicht.

Wegen der Unwetter im Süden kam es auch zu Störungen im Flugverkehr. Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot schrieb auf der Plattform X von Beeinträchtigungen vor allem in Nizza, Bordeaux, Marseille und Toulouse, aber auch auf den Pariser Flughäfen.

Kultur

Der belgische Künstler Noel Godin, bekannt für zahlreiche Tortenwürfe auf Prominente, ist tot. Er starb gestern im Alter von 80 Jahren, wie seine Lebensgefährtin der Nachrichtenagentur Belga bestätigte.

Der Autor und Regisseur mit anarchistischer Grundhaltung habe über viele Jahre hinweg mit seinen Tortenwürfen für Schlagzeilen gesorgt. Unter seinen Opfern waren laut Belga Minister, Künstler und auch ein Erzbischof.

Der belgische Künstler und Autor Noel Godin mit einem Bild von Microsoft-Gründer Bill Gates nach einem Tortenwurf
IMAGO/Belga/Olivier Matthys

In Interviews erklärte Godin Autoritäten den Krieg und kritisierte Prominente dafür, zu arrogant zu sein oder sich selbst zu ernst zu nehmen. Den französischen Journalisten Bernard-Henri Levy bewarf er nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur über einen Zeitraum von 30 Jahren insgesamt achtmal.

Mit den Tortenangriffen auf Frankreichs ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy, Ryanair-Chef Michael O’Leary und den Sänger Patrick Bruel steht Godin ebenfalls in Verbindung – auch wenn er nicht selbst warf, sondern Komplizen hatte, wie Belga schrieb.

Stolz war der Künstler auf sein „Tortenattentat“ 1998 in Brüssel. Damals traf es Microsoft-Mitgründer Bill Gates, das sorgte für ein großes Medienecho. Godin war auch unter dem Künstlernamen Georges Le Gloupier bekannt und rief vor seinen Angriffen: „Gloup! Gloup!“

Medien

Nach dem Rücktritt des stellvertretenden ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Gregor Schütze vor rund zwei Wochen wird nun ein neues Mitglied für das Gremium gesucht. Das Kultur- und Medienministerium hat heute eine diesbezügliche Ausschreibung veröffentlicht.

Interessentinnen und Interessenten haben demzufolge bis 7. September Zeit, sich zu bewerben, um die vakante Stelle „unverzüglich für den Rest der Funktionsperiode“ bestellen zu können.

Leitete ÖVP-„Freundeskreis“

Schütze, der auch Leiter des ÖVP-„Freundeskreises“ war, hatte am 11. August in der Stiftungsratssitzung, bei der auch das Direktorenteam des designierten ORF-Chefs Clemens Pig bestellt worden war, seine Funktion zurückgelegt. Er wolle seinen „beruflichen Fokus wieder ausschließlich“ auf seine Unternehmen richten, ließ er wissen.

Schütze war einer von mehreren Stiftungsräten, denen Unvereinbarkeiten mit ihrem eigentlichen Beruf in der PR-Branche und den damit einhergehenden Geschäftsbeziehungen vorgeworfen wurden. Erhärtet haben sich diese Vorwürfe bisher nicht.

Der ORF-Stiftungsrat mit seinen 35 Mitgliedern wird von Regierung (6), Parlamentsparteien (6), Bundesländern (9), ORF-Publikumsrat (9) und ORF-Zentralbetriebsrat (5) beschickt. Da Schütze von der Bundesregierung nominiert wurde, erfolgt auch die Ausschreibung über diese bzw. das zuständige Ministerium.

Panorama

Der Ball von Diego Maradonas legendären Toren bei der Fußballweltmeisterschaft 1986 ist für mehrere Millionen versteigert worden. Mit dem Adidas Azteca erzielte die argentinische Fußballlegende den „Hand Gottes“-Treffer und ein „Tor des Jahrhunderts“ – nun brachte der Ball 3,35 Millionen US-Dollar (rund 2,87 Mio. Euro) ein, wie das in Dallas ansässige Auktionshaus Heritage Auctions auf seiner Website heute mitteilte.

„Es ist, einfach gesagt, der berühmteste Ball in der Geschichte der beliebtesten Sportart der Welt“, hatte das Aktionshaus vor der Versteigerung geworben. Tatsächlich hatten die Versteigerer sogar mit Geboten von bis zu zehn Millionen US-Dollar gerechnet. Das Startgebot lag bei 2,5 Millionen US-Dollar (2,2 Mio. Euro). Der Name des neuen Besitzers wurde nicht bekanntgegeben.

Tore für die Fußballgeschichte

Im Viertelfinale der Argentinier gegen England hatte Maradona in der 51. Minute das 1:0 erzielt, indem er den Ball mit der Hand über den englischen Schlussmann Peter Shilton hinweg ins Tor bugsierte. Vier Minuten später startete er einen unfassbaren Sololauf aus der eigenen Hälfte, den er mit dem 2:0 abschloss. Das Duell zwischen Argentinien und England (2:1) war wegen des Falklandkrieges vier Jahre zuvor politisch aufgeladen.

Der heurige Sommer hat auch die Menschen in Japan zum Schwitzen gebracht. Der Nudelhersteller Nissin legte daher bestes Timing an den Tag, als er im Juli seine neuen „Kaltwassercupnudeln“ auf den Markt warf. Die Instantsuppe war innerhalb einer Woche ausverkauft, berichtete heute die Wirtschaftsnachrichtenplattform Bloomberg.

Fünf Jahre habe man an der Entwicklung des Herstellungsverfahrens namens Cold Rehydration Method gearbeitet, zitierte Bloomberg eine Sprecherin. Heraus kam der „Hiyashi Cup Noodle“ („hiyashi“ bedeutet „gekühlt“), der nur kaltes Wasser benötigt.

Das Verfahren birgt seine Schwierigkeiten, die Nudeln müssen weich werden und das Geschmackspulver sich auflösen, auch wenn nur kaltes Wasser dazukommt. Als das geschafft war, ging der Run auf den kühlen Cup los.

Wie viel davon genau heuer schon verkauft wurde, wollte das Unternehmen nicht verraten. Bekannt ist aber, dass Nissin seit der Erfindung der Cupnudeln rund 60 Milliarden Becher weltweit verkauft hat. Der Bedarf an kühlen Lebensmitteln dürfte mit den Temperaturen weiter steigen. Die Kaltwassernudeln eigneten sich auch für Katastropheneinsätze, wie Nissin betonte.