Moloy
| Moloy | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Bourgogne-Franche-ComtĂŠ | |
| DĂŠpartement (Nr.) | CĂ´te-dâOr (21) | |
| Arrondissement | Dijon | |
| Kanton | Is-sur-Tille | |
| Gemeindeverband | VallĂŠes de la Tille et de lâIgnon | |
| Koordinaten | 47° 32â˛Â N, 4° 57â˛Â O | |
| HĂśhe | 315â519Â m | |
| Fläche | 19,23 km² | |
| Einwohner | 236 (1. Januar 2023) | |
| BevÜlkerungsdichte | 12 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 21120 | |
| INSEE-Code | 21421 | |
Rathaus (Mairie) von Moloy | ||
Moloy ist eine franzĂśsische Gemeinde mit 236 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im DĂŠpartement CĂ´te-dâOr in der Region Bourgogne-Franche-ComtĂŠ. Sie gehĂśrt zum Arrondissement Dijon und zum Kanton Is-sur-Tille.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Moloy liegt etwa 28 Kilometer nordnordĂśstlich von Dijon am Ignon. Die Gemeinde wird umgeben von Salives im Norden, Courtivron im Osten sowie FrĂŠnois im SĂźden und Westen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Internierungslager Moloy
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im zu Moloy gehĂśrenden Weiler Labergement-lès-Moloy befand sich von September 1941 bis Dezember 1942 ein Internierungslager fĂźr sogenannte Nomaden.[1] Das Lager fĂźr etwa 80 Personen bestand aus zwei Holzbaracken und einem gemauerten Gebäude.[2] Nach Peschanski kĂśnnte das Lager Moloy eines der wenigen sein, dessen Errichtung alleine den franzĂśsischen BehĂśrden oblag, die dazu durch die Beschwerden der lokalen BevĂślkerung veranlasst worden seien. Er schlieĂt aber nicht gänzlich aus, dass die deutsche Feldkommandantur daran beteiligt war, die entsprechende MaĂnahmen bereits im Oktober 1940 und im März 1941 gefordert hätte.[3]
Die groĂe Mehrheit der internierten Sinti und Roma war franzĂśsischer Nationalität; es befanden sich aber auch noch zwei jĂźdische Familien im Lager sowie sechs spanische Republikaner. Die Männer arbeiteten alle unter der Leitung der Beamten des Forstamts beim Holzeinschlag. Die Frauen sorgten fĂźr die KĂźche und Ăźbten Korbflechtarbeiten aus. Mangin deutet an, dass das Lager am Rande der Gesetze des Vichy-Regimes betrieben und von drei privaten Grundbesitzern fĂźr deren Profitmaximierung missbraucht wurde.
Im Dezember 1942 wurden die Internierten in die Lager von Saint-Maurice-aux-Riches-Hommes und Arc-et-Senans verlegt.[4] 2005 wurde am Gelände des ehemaligen Lagers ein Gedenkstein eingeweiht. Dessen Inschrift lautet: âAn diesem Ort wurden von September 1941 bis Dezember 1942 etwa 80 Personen, die meisten Zigeuner, und ganze Familien interniert und anschlieĂend von der Vichy-Regierung und der Feldkommandantur in andere Lager verlegt. Passant erinnere dich.â[5]
BevĂślkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2013 | 2019 |
| Einwohner | 217 | 215 | 214 | 207 | 210 | 219 | 223 | 217 | 233 |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||
SehenswĂźrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche Saint-Loup aus dem 13. Jahrhundert, Umbauten aus dem 15. Jahrhundert
- Schloss aus dem 16. Jahrhundert mit An- und Umbauten aus dem 18. Jahrhundert
- Zwei Waschhäuser
- Kirche Saint-Jean-Baptiste
- Einer der TĂźrme der ehemaligen Ortsbefestigung
- Brunnen und ehemaliger Waschplatz
- Brunnen und ehemalige Viehtränke
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- JoĂŤl Mangin: Il faut choisir son camp. Ădiplume, 2007, ISBN 978-2-9153-0122-9.
- Denis Peschanski: Les camps français dâinternement (1938-1946). â Doctorat dâEtat. Histoire. UniversitĂŠ PanthĂŠon-Sorbonne â Paris I, 2000 (Online1 oder Online2).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Nomades und Tsiganes sind im FranzĂśsischen auch aktuell benutzte Begriffe fĂźr Menschen, die im Deutschen zumeist als Sinti und Roma bezeichnet werden.
- â Als Quelle zur Geschichte des Internierungslagers Moloy dient, sofern nicht eine andere Quelle benannt wird, der Text der Webseite Le camp de Moloy (siehe Weblinks), die aber grĂśĂtenteils nur aus Zitaten des Buches von JoĂŤl Mangin (siehe Literatur) besteht.
- â Denis Peschanski: Les camps français dâinternement (1938â1946), S. 327 f.
- â Camp dâinternement: Moloy, lieu-dit LâAbergement. In: Etude lieux Internement 1938â1945. Hrsg.: Fondation pour la mĂŠmoire de la dĂŠportation. Banque de Donnes Multimedia (BDDM). Auf BDDM.org, abgerufen am 11. März 2023 (franzĂśsisch).
- â âEn ce lieu, de septembre 1941 Ă dĂŠcembre 1942, quelque 80 personnes, pour la plupart tsiganes, et par familles entière furent internĂŠes puis transfĂŠrĂŠes vers dâautres camps par le gouvernement de Vichy et Feldkommandantur. Passant souviens toi.â
