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Experimentum crucis

Experimentum crucis heißt ein entscheidender Versuch. Der Ausdruck stammt von Bacon (1561-1626) her. Auf das Experimentum crucis bezieht sich eine der Regeln oder prÃĪrogativen Instanzen, die bei der Beurteilung der Tatsachen zum Zweck neuer Entdeckungen zur Anwendung kommen sollen. Bacon ÃĪußert sich im Novum Organon Buch II Art. 36 so: „Zu den vornehmsten FÃĪllen rechne ich vierzehntens die FÃĪlle des Kreuzes, indem ich dieses Wort von den Kreuzen hernehme, welche an Scheidewegen aufgerichtet sind, um die sich trennenden Wege zu zeigen. Ich nenne solche FÃĪlle auch entscheidende oder UrteilsfÃĪlle und manchmal Orakeloder GebotsfÃĪlle. Es verhÃĪlt sich mit ihnen folgendermaßen: Oft schwankt der Verstand, bei Untersuchung einer Eigenschaft, welche von zweien oder mehreren Eigenschaften er als die Ursache der in Frage befindlichen Eigenschaft ansehen soll, weil gewÃķhnlich und hÃĪufig mehrere Eigenschaften zusammenwirken. Hier zeigen nun diese KreuzesfÃĪlle die zuverlÃĪssige und unauflÃķsliche Verbindung einer dieser Eigenschaften mit der in Frage stehenden, wÃĪhrend die andere trennbar ist und in ihrer Verbindung wechselt. Dadurch entscheidet sich die Sache, und jene erstere Eigenschaft gilt als die Ursache, die andere wird beseitigt. Deshalb sind solche FÃĪlle sehr aufklÃĪrend und von großer Bedeutung; der Lauf der Untersuchung hÃķrt mitunter bei ihnen auf, und die Untersuchung ist mit ihnen abgeschlossen.“