Bildungstrieb (ŧnisus formativusŦ) ist nach BLUMENBACH die auf Gestaltung und Ausbildung des Organismus und seiner Organe gerichtete innere Tendenz der organisierten Materie. Er besteht aus dem ŧnisus generativusŦ und der Reproduktionskraft (Üb. d. Bildungstr. 1791, S. 92). Nach GOETHE liegt im Bildungstrieb ŧdie Entelechie, die nichts aufnimmt, ohne sich's durch eigene Zutat zuzueignenŦ (WW. XIX, 81). Er ist die Idee als ein Wirkendes. Nach HEGEL ist der ŧBildungstriebŦ ŧein Sich-selbst-sich-äußerlich-machen, aber als Einbildung der Form des Organismus in die AußenweltŦ, er ist ŧKunsttriebŦ (Naturph. S. 635). Einen ŧeingeborenen BildungstriebŦ der Seele nimmt HEINROTH an (Psychol. S. 64). REINKE spricht von einem Bildungstrieb als innerem Zwang zur Gestaltung, der mit Sicherheit wirkt (Einl. in d. theor. Biol. S. 194). Vgl. Lebenskraft, Vitalismus, Dominanten.