Home  Impressum  CopyrightItalienische Reise

XXI. Refraktion ohne Farbenerscheinung


306 (195, 196). Da die Refraktion ihre Wirkung ure, ohne eine Farbenerscheinung hervorzubringen, ist bei objektiven Versuchen nicht so vollkommen als bei subjektiven darzutun. Wir haben zwar unbegrenzte Rume, nach welchen wir durchs Prisma schauen und uns berzeugen knnen, da ohne Grenze keine Farbe entstehe; aber wir haben kein unbegrenzt Leuchtendes, welches wir knnten aufs Prisma wirken lassen. Unser Licht kommt uns von begrenzten Krpern, und die Sonne, welche unsre meisten objektiven prismatischen Erscheinungen hervorbringt, ist ja selbst nur ein kleines begrenzt leuchtendes Bild.

307. Indessen knnen wir jede grere ffnung, durch welche die Sonne durchscheint, jedes grere Mittel, wodurch das Sonnenlicht aufgefangen und aus seiner Richtung gebracht wird, schon insofern als unbegrenzt ansehen, indem wir blo die Mitte der Flchen, nicht aber ihre Grenzen betrachten.

308 (197). Man stelle ein groes Wasserprisma in die Sonne, und ein heller Raum wird sich in die Hhe gebrochen an einer entgegengesetzten Tafel zeigen und die Mitte dieses erleuchteten Raumes farblos sein. Eben dasselbe erreicht man, wenn man mit Glasprismen, welche Winkel von wenigen Graden haben, den Versuch anstellt. Ja diese Erscheinung zeigt sich selbst bei Glasprismen, deren brechender Winkel sechzig Grad ist, wenn man nur die Tafel nahe genug heran bringt.


 © textlog.de 2004 06.09.2026 13:18:58
Seite zuletzt aktualisiert: 15.09.2004