
XXXIV. Chemischer Gegensatz
491. Indem wir bei Darstellung der farbigen Erscheinung auf einen Gegensatz durchaus aufmerksam zu machen Ursache hatten, so finden wir, indem wir den Boden der Chemie betreten, die chemischen Gegenstze uns auf eine bedeutende Weise begegnend. Wir sprechen hier zu unsern Zwecken nur von demjenigen, den man unter dem allgemeinen Namen von Sure und Alkali zu begreifen pflegt.
492. Wenn wir den chromatischen Gegensatz nach Anleitung aller brigen physischen Gegenstze durch ein Mehr oder Weniger bezeichnen, der gelben Seite das Mehr, der blauen das Weniger zuschreiben, so schlieen sich diese beiden Seiten nun auch in chemischen Fllen an die Seiten des chemisch Entgegengesetzten an. Das Gelb und Gelbrote widmet sich den Suren, das Blau und Blaurote den Alkalien, und so lassen sich die Erscheinungen der chemischen Farben, freilich mit noch manchen andern eintretenden Betrachtungen, auf eine ziemlich einfache Weise durchfahren.
493. Da brigens die Hauptphnomene der chemischen Farben bei Suerungen der Metalle vorkommen, so sieht man, wie wichtig diese Betrachtung hier an der Spitze sei. Was brigens noch weiter zu bedenken eintritt, werden wir unter einzelnen Rubriken nher bemerken, wobei wir jedoch ausdrcklich erklren, da wir dem Chemiker nur im allgemeinsten vorzuarbeiten gedenken, ohne uns in irgendein Besondres, ohne uns in die zartern chemischen Aufgaben und Fragen mischen oder sie beantworten zu wollen. Unsre Absicht kann nur sein, eine Skizze zu geben, wie sich allenfalls nach unserer berzeugung die chemische Farbenlehre an die allgemeine physische anschlieen knnte.