Lust (hdon, voluptas) ist eine der Gefhlsqualitten (s. Gefhl). Es gibt eine Lust an etwas (Wohlgefallen) und eine Lust zu etwas (Begierde, Neigung). Die Lust ist ein positiver Zustand, nicht bloe Abwesenheit von Unlust. Der Hedonismus (s. d.) erhebt die Lust zum Lebens- und Sittlichkeitsprinzip. - Nach PLATO ist die Lust to plrousthai tn physei proskontn (Rep. IX, 583 ff.; vgl. Phileb. 53 C, 54 C; Tim. 64 A ff.). - Nach HOBBES ist Lust Bewutsein einer Machterhhung, Unlust das einer Machtverringerung (Hum. Nat. VIII, 4; vgl. VII, 4 ff.). Nach SCHOPENHAUER ist die Lust ein Negatives, das bloe Aufheben des Wunsches und Endigen einer Pein (Parerga II, 150). Dagegen betont u. a. E. v. HARTMANN die Positivitt der Lust (Philos. d. Unbew.3, S. 544 ff.). Nach BENEKE entsteht Unlust, wenn ein Reiz zu gering fr das ihn aufnehmende Unvermgen (s. d.) ist, Lust, wenn der Reiz in groer Flle gegeben ist, ohne bermig zu sein (Lehrb. d. Psychol.3, 58). Lustaffekte sind die Affekte der freudigen Rhrung (l.c. 284). Vgl. FERGUSON, Grds. d. Moralphilos. S. 128; MENDELSSOHN, WW. I 1, 71 f., 83; PLATNER, Anthropol. 612 ff.; LOTZE, Mikrok. I, 261 ff.; KIRCHMANN, Grundbegr. d. Rechts u. d. Moral S. 23 ff.; CHR. KRAUSE, Urb. d. Menschh.3, S. 49 f.; J. DUBOC, Die Lust als sozialeth. Entwicklungsprinzip 1900. - Vgl. Glck, Hedonismus, Eudmonismus, Gefhl.