Gefhl ist der subjektive Zustand, in welchem das Ich Stellung nimmt zu den Modifikationen, die es erfhrt, zu seinen Erlebnissen. Lust und Unlust sind Kollektivausdrcke fr die mannigfachen Zustnde, die objektiv eine Frderung oder Hemmung (Herabsetzung) des Organismus bedeuten. Jedes Gefhl enthlt ein Streben oder Widerstreben, das unter Umstnden kaum noch zum Bewutsein gelangt. Gefhle sind daher schon Momente, Bestandteile, Symptome von Willenshandlungen, die sie einleiten und beendigen. Unterscheiden lassen sich sinnliche, intellektuelle (logische), sthetische, ethische, soziale, religise Gefhle. Das Gefhl ist ein selbstndiger, ursprnglicher Bewutseinsbestandteil, nicht eine Modifikation oder Begleiterscheinung des Vorstellens.
Frher und noch jetzt bei Physiologen werden Gefhl und Empfindung (s. d.) nicht scharf unterschieden. Tastempfindungen werden nicht selten noch als Gefhle bezeichnet. Ferner hat man nicht immer Gefhl und Affekt (s. d.) getrennt.
Nach einer Ansicht gilt das Gefhl als eine eigentmliche Erkenntnis einer Vollkommenheit oder Unvollkommenheit der Seele, des Organismus. So definiert PLOTIN die Unlust als gnsis apaggs smatos indalmatos psychs steriskomenou die Lust in analoger Weise. Die Affektion ist nur im Leibe, das Bewutsein derselben in der Seele (Enn. IV, 4, 19). Als unklare Erkenntnisse werden die Gefhle von den Stoikern bestimmt; dokei d' autois ta path kriseis einai (Diog. L. VII, 111). Tn men lypn einai systoln alogon - hdon de estin alogos eparsis (VII, 114); hdonn d' einai eparsin psychs apeith log, aition d' auts to doxazein prosphaton kakon pareinai, eph' h kathkei epairesthai (Stob. Ecl. II 6, 174). LEIBNIZ (wie schon DESCARTES, Epist. 6, 1) erklrt die Lust als Empfindung der Vollkommenheit an uns oder an anderem (Nouv. Ess. II, ch. 21, 42). Aktivitt der Substanz befrdert deren Lust, Passivitt deren Schmerz ( 72). Nach CHR. WOLF ist Lust ein Anschauen der Vollkommenheit, Unlust anschauende Erkenntnis der Unvollkommenheit (Vern. Ged. von Gott... I, 494, 517; Vern. Ged. von d. Kr. d. m. V.9, G. 9, 5). Voluptas est intuitus seu cognitio intuitiva perfectionis cuiuscumque sive verae sive apparentis (Psych. emp. 511). BAUMGARTEN nennt die Lust status animae ex intuitu perfectionis (Met. 655).


Begriff und Definition des Gefhls als:
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