Kampf (Streit) ist nach HERAKLIT der Vater aller einzelnen Dinge (polemos patęr pantôn, Plut., Is. et Osir. 48). Der Kampf läßt aus der Einheit die Vielheit, Verschiedenheit hervorgehen; die Rückkehr zu jener, zum göttlichen Urfeuer, ist der Friede (homologia kai eiręnę, Diog. L. IX, 8). - Nach CAMPANELLA stehen alle Dinge im Kampfe miteinander (De sensu rer. I, 5). HOBBES spricht vom ŧbellum omnium contra omnesŦ (s. Soziologie). Den (direkten und indirekten) ŧKampf ums DaseinŦ (ŧstruggle for lifeŦ) aller Lebewesen lehrt CH. DARWIN (s. Evolution). Nach Du PREL besteht auch ein ŧDaseinskampfŦ zwischen den Himmelskörpern. ROLPH setzt an die Stelle des Kampfes ums Dasein den ŧKampf um MehrerwerbŦ (Biolog. Probleme 1884). Ähnlich NIETZSCHE . Nach F. SCHULTZE ist der Kampf ums Dasein ŧnur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen KausalitätŦ. ŧJeder sucht sich so weit zu erhalten, als seine ursächliche Kraft reicht, und wird so weit überwältigt, als die Kraft des Gegenstrebenden die des Strebenden überragtŦ (Philos. der Naturwiss. II, 344). Vgl. Evolution, Selektion, Dualismus.