am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

die welt und das wetter

ein schöner tag ist auch, wenn ich bei einem routinetermin beim augenarzt feststellen darf, dass die kontrolle des augenhintergrunds nicht mehr zu einer faktischen ĂŒberblendung fĂŒr mehrere stunden fĂŒhrt. obwohl ich gut vorbereitet war, mit sonnenbrille und schirmmĂŒtze, doch das geht offensichtlich inzwischen auch so. und dass abgesehen von der altbekannten kurz- und der zunehmenden weitsicht des alters weder an meiner netzhaut, noch an meinen augen insgesamt, augeninnendruck und so, etwas auszusetzen ist, das ist auch recht schön zu wissen. mehr zwinkern sollte ich, mehr tropfen, wegen der rheumabedingten trockenheit. irgendsoein syndrom, was weiß ich.

neue brillenglÀser aufgrund verÀnderter werte brÀuchte es im grunde dennoch, und das stellt eine nicht unerhebliche investition dar. mal sehen, wie und wann. und ob ich das leisten kann.

das mit den zĂ€hnen war gestern schon, und das ist weniger schön. das heißt, echtes zahnmaterial war im grunde gar nicht beteiligt. ich hab es tatsĂ€chlich geschafft, mit einer lakritzschnecke ein stĂŒck aus einer erst im letzten jahr eingebauten brĂŒcke zu brechen. das ist eine premiere, und ich hĂ€tte nicht gedacht, dass so etwas ĂŒberhaupt möglich ist. die letzte brĂŒcke an dieser stelle hat an die 30 jahre gehalten, und hat sich selbst beim ausbau noch heftig gewehrt.

jetzt muss ich da wieder hin und das maul aufreißen. das ist nicht mein liebster sport. nein!

das verschiebe ich auf nĂ€chste woche, unter der brĂŒcke ist schließlich alles stabil. jetzt ist erstmal wochenende, so gut wie zumindest. alles frei, bis auf tango am samstag. das ist gut, alles gut.

im bett wartet die neue, wunderbar weiche kamelhaar- und schafswollebettdecke auf mich. die alten plastikbestĂŒckten dinger haben sich in den letzten jahren bereits mĂ€chtig verknubbelt, die mussten wirklich mal weg. und die neue gab’s im angebot. federn wĂ€ren auch schön gewesen, aber federn kann ich mir nicht leisten. und federn sind ja vielleicht auch gar nicht mehr angesagt, federn sind nicht vegan. außerdem: ein altes federbett habe ich ja noch, die werden ja nicht schlecht. fĂŒr den richtigen, echten winter dann.

falls es so etwas noch einmal geben wird.

demostrategien

demonstrieren in berlin ist gestaltungssache. inzwischen habe ich mir verschiedenen möglichkeiten erarbeitet, dennoch funktioniert das mal mehr und mal weniger gut. entweder ich verabrede mich, das fĂ€llt mir oft am schwersten. ich kann es nicht gut, und werde es in diesem leben nicht mehr lernen, wie das geht, miteinander einen weg zu finden. nicht einmal fĂŒr ein paar stunden. die zweite möglichkeit ist, dass ich mich hintenherum zur abschlussveranstaltung schleiche, um ein wenig der sache zuzuhören. das allerdings bedeutet oft eine nicht unerhebliche herumsteherei und, ich gebe es zu, ausgedehnte pein und langeweile. langweilig ist jedoch auch die dritte möglichkeit und zwar durchweg, von vorne bis hinten. hierbei handelt es sich natĂŒrlich um die einfachste variante, das reine latschen.

heute habe ich mich fĂŒr eine modifizierte variante drei entschieden. latschen mit rad, bei dem wetter eine große freude*.

nebenbei gab es hĂŒbsche randerscheinungen zu fotografieren, die nahezu metaphorisch anmuten.

* FCKAFD

mÀuschen spielen

es ist ja immer wieder mal so, dass mitten bei der erledigung von dingen sich andere dinge mit wucht dazwischendrĂ€ngen und in folge alles lahmlegen. gerne natĂŒrlich im denkbar ungĂŒnstigsten moment. nachdem ich seit einigen wochen schon immer wieder verbindungsprobleme mit einer meiner computermĂ€use hatte, denen ich einfach nicht auf den grund kam, sind heute also zeitgleich spontan maus und tastatur ausgefallen.

das ist grĂ¶ĂŸtmöglich ungĂŒnstig, weil ich zwar ĂŒber weitere mĂ€use verfĂŒge, die glĂŒcklicherweise alle funktionen, die kabeltastatur hingegen musste ich zunĂ€chst auf allen vieren kriechend aus der hintersten ecke des schreibtischunterschrankes hervorkramen. und damit ist es ja dann auch nicht getan, schließlich will ich mich gar nicht erst an diese klobige alte tastatur gewöhnen.

fehlersuche an computersystemen, selbst bei solch simplen sachen, kann sich ziehen. es artet schnell in ein langwieriges umstöpseln und neustarten aus, wĂ€hrend sich all die dinge, die ich eigentlich zu erledigen gedachte, nebenbei einfach nicht erledigen ließen. und, ich gebe zu, diesmal war ich besonders lange auf einer völlig falschen fĂ€hrte, weil ich kurz vor dem ausfall erst ein update gefahren hatte. ich war also allzulange dabei, treiber zu aktualisieren, treiber zu suchen, gerĂ€te aus- und wieder einzuschalten, ja, sogar zu deinstallieren. um anschließend den ganzen rechner neu starten zu mĂŒssen.

little did i know! der fehler war letztendlich ein ganz einfacher. es hatte sich schlicht und einfach nur der kleine usb-hub verabschiedet, in dem die dongles fĂŒr maus und tastatur stecken. hardware! mitunter ist es eben doch die hardware! da hĂ€tte ich auch gleich drauf kommen können, weil die anderen mĂ€use alle via bluetooth agieren. aber egal.

die lösung war allerdings dann doch nicht so simpel, denn eine bluetooth-tastatur besitze ich nicht. da wollte also noch so einiges umgestöpselt werden, und natĂŒrlich muss jetzt zĂŒgig ein neuer hub her.

ĂŒbrigens hatte ich anschließend vergessen, was ich eigentlich erledigen wollte. das ist es, was ich eigentlich hier anmerken wollte.

ĂŒberall sirenen

frĂŒher war das normal, aber ich habe diese selbstverstĂ€ndlichkeit wohl verlernt mit der zeit. was nicht verwunderlich ist, es dĂŒrften an die dreißig jahre sein. jetzt gibt es also wieder echte sirenen in meiner gegend, nicht nur dieses mobilgerĂ€tgeheule.

das muster ist anders: es gibt einmal eine kurze warnung, dann eine dreiviertel stunde spĂ€ter eine ebenso kurze entwarnung. fertig. frĂŒher gab es, wenn ich mich recht erinnere, erst zwei mal entwarnung, damit niemand die warnung missversteht, dann einmal das warngeheule, und zum schluss noch einmal entwarnung, damit alle, die die warnung dennoch missverstanden haben, schnell wieder entwarnt sind. jedes einzelne mal dauerte ewig, geschĂ€tzt wenigstens eine minute. auch war der klang ein anderer, viel lauter, denke ich. durchdringender. mobile warnungen gab es natĂŒrlich nicht, vielleicht möglichkeiten ĂŒber telefon (festnetz!), auf jeden fall lautsprecherautos, die durch die straßen fahren. aber das wurde meines wissens nie getestet.

der ton der heutigen sirenen ist vergleichweise dĂŒrftig, wenn auch laut genug, dass ich sie durch die geschlossenen fenster gehört habe. so gerade eben, mit etwas musik im raum oder ĂŒber kopfhörer gar hĂ€tte ich nichts davon gemerkt. auch die qualitĂ€t ist eine ganz andere, was vermutlich daran liegt, dass ich an alte, mechanische sirenen gewöhnt bin, vermutlich die motorgetriebenen. diese seltsamen hĂŒtchen, die man durchaus finden konnte, im stadtbild(!), auf den dĂ€chern verteilt. denen konnte man das anlaufen und abschwellen anhören, eine unglaubliche anstrengung durch die luft zu den menschen. das ging bis in den atem, und das ließ sich durch das schließen der fenster nicht wegsperren.

ich weiß von menschen, die sich versteckt haben an solchen tagen. nicht wegen des lĂ€rms, sondern vorsorglich. ich hatte einen lehrer, der den unterricht abbrechen musste und den klassenraum verlassen hat. und das nicht, weil der lĂ€rm der sirenen den unterricht minutenlang so gut wie unmöglich machte. es gab noch menschen, damals, die dadurch erfasst wurden. die es noch wussten.

in fleisch und blut, bis in die knochen, was eine solche sirene de facto bedeutet.

preisen ohne geld

schöne tage muss man loben. erstmal natĂŒrlich leben, dann wahrnehmen und anschließend loben und preisen, weil sie unbezahlbar sind. und letzteres vermutlich mehr und mehr werden, unerreichbar vielleicht. irgendwann, wenn alles seinen preis hat.

heute will ich – zur abwechslung tagsĂŒber – reden ĂŒber lobpreise, die keinen geldbetrag beinhalten.

gesten also. arbeiten, nun ja. von zu hause ist das ja immer so ein ding, aber warum ins bĂŒro fahren, wenn dort auch kaum jemand ist. verbindungsprobleme mit dem internet sind da mehr als unappetitlich, aber nun gut. trotzdem sachen gemacht gekriegt, nur die leute nicht alle erreicht, die ich gebraucht hĂ€tte. das preise ich ausdrĂŒcklich nicht.

am nachmittag zur friseur, zu meinem angestammten, der recht teuer ist. geld! eigentlich hatte ich zu irgendeiner billigkette wechseln wollen, aber da konnte ich mich nicht durchringen. erstmal. und es hat sich als völlig richtig herausgestellt, weil die idee einer leichten frisurÀnderung mir ausgesprochen gelungen erscheint. mehr als das.

ich freue mich. auch jetzt noch, obwohl mir die feinen, weißen haarstopsel, die nach einem frischen haarschnitt einen weile zur begleitung bleiben, gerade noch in die tastaur rieseln.

am abend dann zum messerschleifkurs, der mich kein geld gekostet hat. der war ein geschenk zu meinem 60sten, glaube ich. also lange her, richtig lange. ich bin manchmal ein bisschen langsam, auch wenn es nicht so aussieht, wenn man mich sieht.

und es war toll, absolut super. mit metall komme ich ja nicht so intuitiv klar wie mit holz, das liegt ohne jeden zweifel an der frĂŒhen prĂ€gung durch den tischlervater. wohl deshalb kam ich mit reinen online-anleitungen und einem schicken, neuen, natĂŒrlich japanischen schleifsteinen nicht wirklich klar. es war anstrengend und brachte wenig schĂ€rfe zustande, dazu die zweifel, den klingenzustand nicht wirklich einschĂ€tzen zu können.

dabei ist es ganz einfach, es ist handwerk. man muss die tricks kennen und die tradition, dahinter steckt physis und physik, immer. das alles muss jemand preisgeben, mit klarheit und gewinn, wenn man selbst weder zeit noch material hat, lange herumzutesten. so war das, gestern. (natĂŒrlich in dem verhĂ€ltnis 5 zu 1, was das geschlechterverhĂ€ltnis angeht, wobei ich in dem fall fĂŒr die frauen zĂ€hle.)

drei fehler habe ich beim schleifen gemacht: falsche schleifrichtung, falscher schleifwinkel, falsche ausrichtung des schleifsteins. ein leichtes, das zu korrigieren. jetzt kann ich messer schleifen, und wie! und werde sicher noch besser, was fĂŒr ein glĂŒck.

ja, so etwas macht mich wirklich glĂŒcklich. am liebsten wĂŒrde ich den schmiedekurs gleich hinterhermachen. aber der kostet richtig geld* und ist außerdem ĂŒber lange strecken ausverkauft. kann ich verstehen.

* der preis ist natĂŒrlich vollkommen angemessen und normal, nur fĂŒr mich ist es unerschwinglich viel derzeit.

ich impfÀrmchen

back to normal, das hab ich so beschlossen. gestern gearbeitet, heute ins bĂŒro gefahren, alles kein problem. ohne fieber natĂŒrlich, ohne kopfschmerzen auch. nur ein bisschen mĂŒdigkeit, die am nachmittag schlagartig aufbrausen mochte. kurz vor feierabend, also alles okay.

nur der einsticharm ist hart und schmerzt. die stelle fasst sich heiß an, außerdem juckt die haut und ist voller roter flecken. na, meinetwegen. das bleibt ja wohl nicht so.

shingrix, aktuell

ganz gut geschlafen, aber fĂŒr einen ausflug mit selbstgelenktem fahrzeug hat es nicht gereicht. stattdessen gab es einen kleinen nachschlag an erhöhter temparatur, kopfschmerzen und eine latente mĂŒdigkeit. das scheint recht normal, sagt das internet, bis zu drei tage kann das dauern. also morgen noch, dann ist aber mal gut.

am blödesten finde ich ja diese plötzlich aus dem körper aufsteigende erschöpfung. als kÀme sie aus den knochen, blutleer und beinhart. ich wollte ja dann doch heute mal ein bisschen raus, ein paar schritte laufen. mehr nicht. war echt gar nicht so einfach.

ich fĂŒhle mich arg gealtert gerade.

nachtrag shingrix

okay! shingrix ist kein spaß, das wurde mir durchaus angekĂŒndigt. schmerzen im arm, mĂŒdigkeit, kopf- und gliederschmerzen, fieber und schĂŒttelfrost. bis auf letzteres habe ich nun alles durch in den letzten 24 stunden.

im grunde so, wie das erste mal covid, damals wohlgeimpft, aber mit einer recht hohen viruslast. nur hat das ein wenig lĂ€nger gedauert. und ohne den geschmacks- und geruchsverlust natĂŒrlich, mit der gewissheit, dass der gegenwĂ€rtige zustand seinen zweck erfĂŒllt. und sehr begrenzt stattfindet.

inzwischen ist meine temparatur wieder runter auf die ĂŒblichen 36° plus ein bisschen. seit ein paar stunden erkenne mich wieder, was kraft und konzentration angeht. nur mĂŒde bin ich noch, was aber kein wunder ist, nach einer nacht fast ohne schlaf und knapp drei stunden auf der couch am nachmittag. ach, und drei ibus, nicht zuletzt.

aber spaßig ist das wirklich nicht. gestern habe ich den angekĂŒndigten blutmond verpasst, heute war ein prima tag fĂŒr eine kurze stadtflucht. so war meine planung, aber man begibt sich nicht in den straßenverkehr, ĂŒbermĂŒdet und mit restfieber. schon gar nicht mit einem motorrad. vielleicht morgen.

shingrix

heute vormittag gegen elf die erste gĂŒrtelroseimpfung erhalten, im rahmen eines kleinen mir persönlich auferlegten impfprogramms des neuen rheuma-docs. das thema wird sich jetzt ĂŒber zwei monate ziehen und noch einiges andere beinhalten, aber darauf will ich nicht hinaus.

ich hatte schon gĂŒrtelrose, was fĂŒr mich nicht so sehr schlimm war, aber an anderer stelle blöde folgen hatte. (andere können davon windpocken kriegen, you know!?) das muss so nicht wiederholt werden, deshalb also jetzt als erstes den ersten herpes-zoster-schuss, denn der soll es in sich haben. der zweite wohl noch mehr, aber da scheiden sich die geister. mehr dazu in zwei monaten.

gerade eben lese ich dann im standard folgendes: GĂŒrtelrose-Impfstoff könnte auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall schĂŒtzen.

gefÀllt mir!

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